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Politik

Cannabis auf Rezept wird offenbar überraschend stark nachgefragt

Mittwoch, 10. Januar 2018

/dpa

Berlin – Immer mehr Menschen erhalten Cannabis auf Rezept und stellen bei ihrer Krankenkasse einen Antrag auf Kostenübernahme. Das zeigt eine Umfrage der Rheinischen Post bei Techniker Krankenkasse (TK), Barmer und AOK-Bundesverband. Demnach gingen in den vergangenen zehn Monaten mehr als 13.000 Anträge – und damit mehr als erwartet – bei den Krankenkassen ein.

Vor der Zulassung von Cannabis als Medikament hatten lediglich rund 1.000 Menschen in Deutschland eine Ausnahmegenehmigung für den Konsum. Der Gesetzentwurf für die medizinische Zulassung der Droge hatte mit knapp 700 Patienten pro Jahr gerechnet, die Cannabis auf Rezept benötigen.

Die meisten Anträge erhielten der Umfrage zufolge die AOKen. Sie bekamen 7.600 Anträge, 64 Prozent davon wurden genehmigt. Bei der Barmer gingen bis Ende 2017 rund 3.200 Anträge ein, davon wurden knapp 62 Prozent anerkannt. Die TK hat bis Ende November rund 2.200 Anträge auf Kostenerstattung erhalten. Auch dort lag die Genehmigungsquote ähnlich hoch bei 64 Prozent.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), bewertete die hohe Zahl der Anträge positiv. „Die steigende Zahl der Genehmigungen zeigt, wie wichtig es war, dieses Gesetz im letzten Jahr auf den Weg zu bringen“, sagte sie. Cannabis sei aber kein Allheilmittel. © dpa/aerzteblatt.de

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Adolar
am Donnerstag, 11. Januar 2018, 11:17

Ja, und schon gibt es Lieferschwierigkeiten.

Das war doch absehbsr in Anbetracht der ewigen typisch deutschen Diskutiererei, ob das Zeug auch die richtigen Konzentrationen hat und dem DAB entspricht. Bei Golbuli und sonstigen komischen "Medikamenten" interessiert das niemanden, ebenso bei Alkohol und Nikotin.
Jetzt laßt doch die Leute endlich für den Eigengebraucht ein paar von dieser Kräutern anbauen. Saatgut in bester Qualität gibts im Netz, und die Pflanze wächst leicht und sieht schön aus. Es könnte allerdings sein, daß einige Leute dann nix mehr verdienen; das scheint mir der Grund des Gezerres zu sein. Allerdings werden die GKV erheblich entlastet - das darf man nicht vergessen. Der Arzneihanf kommt überwiegend aus Israel, man ist dort in der Lage, vorschriftsmäßig zu konfektionieren und zu liefern. Sicherlich wird man auch flexibel reagieren und schnell noch paar Folienhäuser aufstellen - und wieder den Wasserverbrauch zu Lasten der bäuerlichen Bevölkerung erhöhen. Ich halte deswegen nichts davon, von dort unnötig zu importieren, wenn die Pflanzen auch hier ganz gut wachsen. .

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