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Politik

Drogenbeauftragte fordert von Filmbranche weniger Raucherszenen

Mittwoch, 10. Januar 2018

/stokkete, stock.adobe.com

Berlin – Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, fordert weniger Rauchende in Film und Fernsehen. Meistens werde das Rauchen auch noch als etwas Positives dargestellt, sagte die CSU-Politikerin den Zeitungen der Funke-Medien­gruppe. Dabei seien Zigaretten „weder cool noch lässig, sondern schlicht und einfach ungesund“.

Auch wenn sie Verständnis für die kreative Freiheit der Branche habe, töte das Rauchen jährlich mehr als 120.000 Menschen in Deutschland. „Ich will das Rauchen als Stil­mittel im Fernsehen nicht verbieten, aber der Umgang damit muss ganz entschieden sensibler werden“, sagte Mortler. Eine generelle Medienkompetenz bei den Zuschauern vorauszusetzen, wäre leichtfertig und kurzsichtig.

85 Prozent Raucheranteil

Mortler zufolge zeige die Wissenschaft, je häufiger Jugendliche in Film und Fernsehen sähen, dass geraucht werde, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie selbst zur Zigarette greifen. Sie fordere die Filmwirtschaft auf, sich des eigenen Einflusses auf die Gesundheit der Zuschauer bewusst zu werden.

Mortler bezieht sich auf eine Studie des Instituts für Therapie- und Gesundheits­forschung, nach der in deutschen Filmen besonders häufig Darsteller mit Zigaretten zu sehen seien. Von 39 Filmen, die 2016 und 2017 für den Deutschen Filmpreis nominiert waren, wurde demnach laut Bericht in 33 geraucht. Das entspreche einem Anteil von 85 Prozent. Bei Filmen, die im selben Zeitraum für einen Oscar nominiert waren, lag der Anteil bei 64 Prozent. Die Studieninitiatoren sehen Zusammenhänge zwischen Szenen, in denen Protagonisten rauchen, und dem Konsumverhalten jüngerer Zuschauer.

Erst vor ein paar Wochen hatte die Deutsche Krebshilfe gefordert, Filme mit Raucher-Szenen ins TV-Nachtprogramm zu verbannen. „In zahlreichen Krimis greift der Kommissar zur Zigarette“, hatte Vorstandschef Gerd Nettekoven der Heilbronner Stimme gesagt. Besonders beunruhigend sei dabei, dass häufig schon im Nachmittags- und Vorabendprogramm geraucht werde, da diese Sendungen oft von Kindern und Jugendlichen gesehen würden. © dpa/aerzteblatt.de

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stups
am Samstag, 20. Januar 2018, 02:17

teufel wird mit belzebub bekämpft !

in vielen, gerade amerikanischen filmen, sieht man meist absolut keinen einzigen raucher mehr, aber dafür wird oft in massen gesoffen ! in jeder minuten werden manchmal mehrere gläser von mehreren öeute gekippt und das noch als "toll" dargestellt und betont. fazit: ich habe früher nie so viele volltrunkene kinder erlebt wie in den letzen jahren auf den wiesen um volksfeste. rauchen wird verteufelt, alkoholismus verherrlicht. wie soll dieser wahnsinn weitergehen ? zumal alkohol in diesem maß die leute wirklch massiv frph sterben läßt, nachdem sie jahrelang schon komplett von freunden und arbeitstellen gecancelt wurden. saufen ist ein völliger abstieg in unserem sozialen system, im job und führt schon früh zu harten krankheiten. ich rauche nun seit ca. 30 jahren ca. 2 packungen am tag und hatte bisher noch keine folgekrankheiten und sprinte auch zu fuß die etagen hoch und runter, ein freund soff 10 jahre und war gesundheitlich und gesellschaftlich am ende. keine ahnung, ob er jetzt noch lebt und er ist jünger als ich.

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