Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Vier neue Kinderarztsitze für Hamburg

Mittwoch, 10. Januar 2018

/dpa

Hamburg – In Hamburg soll es vier zusätzliche Sitze für Kinderärzte geben. Das hat die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) heute mitgeteilt. „Wir haben in einer aufwendigen Analyse festgestellt, dass die aktuell vorhandenen Behandlungskapazi­täten nicht ausreichen, um den wachsenden Bedarf an kinderärztlicher Versorgung zu decken“, erläuterte Dirk Heinrich, Vorsitzender der Ver­tre­ter­ver­samm­lung der KV Hamburg. Er betonte, der aktuellen Bedarfsplanung zufolge sei Hamburg zwar überversorgt, aber ein qualitativer Blick hinter die Kulissen zeige etwas anderes. Die zusätzlichen Sitze sollen vorrangig in den Bezirken Nord, Mitte, Harburg und Bergedorf geschaffen werden.

Auslöser der Untersuchung waren zunehmende Klagen von Eltern, dass sie für ihr Kind keinen Platz bei einem Pädiater finden könnten. Diese Klagen gingen aus ganz Hamburg ein, unabhängig davon, ob es sich um einen „wohlhabenden“ oder „ärmeren“ Stadtteil handelt. Die daraufhin durchgeführte Untersuchung der KVH zeigte auf, dass in den vergangenen Jahren nicht nur eine Reihe zusätzlicher Gesundheitsunter­suchungen für Kinder und Jugendliche in die Versorgung aufgenommen, sondern dass die Inhalte dieser Untersuchungen (U1 bis U9) auch durch zeitintensive Leistungen erweitert worden sind. „Dadurch“, so Heinrich, „benötigen die Pädiater immer mehr Zeit pro Kind – und irgendwann ist die Zeitkapazität erschöpft, es können keine neuen Kinder mehr angenommen werden.“

Ziel: Engpässe beseitigen

Das Missverhältnis von Anforderung und Kapazität wird laut KVH in den Bezirken Mitte, Nord, Harburg und Bergedorf besonders deutlich, schwierig ist es bereits in Wandsbek, zu kippen droht es in Eimsbüttel und Altona. „Mit den in Aussicht genommenen vier Zulassungen hoffen wir, die größten Engpässe beseitigen zu können“, so Heinrich.

Ärzte, die sich im Wege eines Sonderbedarfs für eine volle oder eine halbe Zulassung interessieren, müssen sich nun beim Zulassungsausschuss melden. Dieser Ausschuss, der zu gleichen Teilen mit Vertretern der Ärzteschaft und der Krankenkassen besetzt ist und unabhängig agiert, entscheidet über die Anträge. Mit ersten Entscheidungen ist laut KVH im Frühsommer zu rechnen.

Die Politik begrüßte die Initiative der KV. „Die Schaffung der zusätzlichen Kinderarzt­sitze ist ein guter und notwendiger Schritt“, sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Ob die Zahl ausreichend sei, müsse aber weiter beobach­tet werden. Die SPD-Politikerin forderte angesichts der Ergebnisse, auf Bundesebene dringend eine neue Bedarfsplanungsrichtlinie zu erarbeiten, um regional dem Versorgungsbedarf, der Bevölkerungsentwicklung und dem Faktor der Umland­versorgung besser Rechnung tragen zu können. © may/EB/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

19.01.18
KV Bayerns startet neue Förderprogramme gegen den Ärztemangel
München – Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) will dem sich bereits in einigen Regionen Bayerns abzeichnenden Ärztemangel vorbeugen. Deshalb hat sie ab sofort neue Förderprogramme......
18.01.18
Freder1k-Studie zum Diabetesrisiko von Babys startet in Niedersachsen
Hannover – Eltern in Niedersachsen können jetzt das Diabetesrisiko ihrer Babys kostenlos testen lassen. Für die Teilnahme an der Freder1k-Studie benötige der Arzt nur wenige Tropfen Blut, teilte das......
17.01.18
Montgomery warnt vor Alleingang Hamburgs bei Beamtenversicherung
Hamburg – Die Landesregierung in Hamburg will heute die Bürgerversicherung in abgespeckter Form für Hamburger Beamte diskutieren. Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer und der Ärztekammer Hamburg warnte......
16.01.18
Hausärzte wünschen sich mehr Unterstützung bei Nachfolgersuche
Würzburg/München – Mehr als ein Drittel der 122 Hausärzte, die an einer Umfrage im Raum Würzburg teilgenommen haben, wollen ihre Praxen in den nächsten fünf Jahren abgeben. Für rund die Hälfte von......
16.01.18
Hirnschaden: Strafprozess wegen Babyschüttelns
Osnabrück – Immer wieder kommt es vor, dass Eltern von ihren Babys überfordert sind und sie schütteln, wenn sie viel schreien. Die Folgen sind schwerwiegend: Die Kinder können sterben oder schwerste......
15.01.18
Jedes zehnte Kind ist bei Einschulung in Hessen übergewichtig
Wiesbaden – Mehr als jeder zehnte Erstklässler in Hessen ist zu dick. Dies geht aus einer Antwort des Sozialministeriums in Wiesbaden auf eine parlamentarische Anfrage der oppositionellen......
11.01.18
KV Brandenburg und Kassen fördern weiterhin Ansiedlung von Ärzten
/Thomas Reimer, stock.adobe.com Potsdam – Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) und die brandenburgischen Krankenkassen haben sich im gemeinsamen Landesausschuss darauf geeinigt, die......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige