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Medizin

Aura-Symptome bei Migräne spiegeln unterschiedliche Funktions­veränderungen im Gehirn wider

Freitag, 12. Januar 2018

/WavebreakMediaMicro, stock.adobe.com

Kopenhagen/Magdeburg – Verschiedene Aura-Symptome bei Migräne könnten für unterschiedliche Funktionsveränderungen im Gehirn stehen. Das berichten Wissen­schaftler des Dänischen Kopfschmerzzentrums, der Neurologie der Universität Kopenhagen und der Universitätsaugenklinik Magdeburg in der Fachzeitschrift Annals of Neurology (2017; doi: 10.1002/ana.25096).

In Deutschland leiden laut den Autoren etwa 10 Prozent der Gesamtbevölkerung an Migräneattacken, ein Drittel davon erlebt dabei die sogenannte Migräne-Aura. Diese äußert sich beispielsweise durch Sehstörungen, die unterschiedlicher Natur sein können – von der Wahrnehmung von flimmernden Blitzen bis hin zu Gesichtsfeld­ausfällen.

Mechanismen zu wenig untersucht

„Aufgrund der unvorhersehbaren kurzlebigen Natur der Aura ist es sehr schwierig, systematische Studien bei Patienten während einer Aura durchzuführen“, berichten die Wissenschaftler. Die der Aura zugrundeliegenden Mechanismen seien daher nicht gut verstanden. In der vorliegenden Studie gelang es ihnen, 5 Patienten in der Aura-Phase mittels funktioneller Kernspinresonanztomographie (fMRI) zu unter­suchen.

Die Aura wurde dabei ausgelöst durch Inhalation von Luft mit reduziertem Sauerstoff, von atmosphärischer Luft oder durch Sport kombiniert mit Lichtstimulation. Sobald die Patienten das Auftreten und Fortschreiten von Sehstörungen berichteten, wurden sie im Kernspintomographen untersucht. Dort wurden die Antworten der Sehrinde des Gehirns auf bewegte Schachbrettmuster gemessen.

Es zeigte sich, dass Patienten mit visuellen Aura-Symptomen wie Gesichtsfeldausfällen erniedrigte Antworten der Sehrinde hatten, während Patienten, die Lichtblitze und Flimmern wahrnahmen, vergrößerte Antworten hatten. Betrafen die visuellen Symptome beide Gesichtsfeldhälften, zeigten sich die Änderungen der Aktivität der Sehrinde in beiden Hirnhälften.

„Unterschiedliche Aura-Symptome hängen mit unterschiedlichen Antworten der Sehrinde zusammen“, folgern die Wissenschaftler. Sie hoffen, über ein besseres Verständnis der pathophysiologischen Zusammenhänge der Aura Wege für eine effektivere Behandlung aufzuzeigen. © hil/aerzteblatt.de

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