NewsÄrzteschaftZweifel am Nutzen des Arztinfor­mationssystems
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Zweifel am Nutzen des Arztinfor­mationssystems

Donnerstag, 11. Januar 2018

Berlin – Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundes­vereinigung (KBV) hat erhebliche Zweifel am Nutzen des Arztinformationssystems (AIS) geäußert. Es gebe noch niemand, der erklären könne, wie man die komplexen Informationen des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) in verwertbare Informationen umwandeln könne, sagte Stephan Hofmeister in einem KV-on-Interview.

Hintergrund ist eine Regelung des Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetzes (AMVSG). Diese sieht vor, dass Informationen zum Zusatznutzen von Arzneimitteln künftig direkt in der Praxissoftware der Ärzte verfügbar sein sollen. Dementsprechend müssen die G-BA-Beschlüsse in Zukunft maschinenlesbar sein.

Sorge um Therapiefreiheit und Regressverschärfung

Laut Hofmeister liegen die Nutzenbewertungen des G-BA zurzeit in gescannten PDF-Dokumenten vor. „Das ist analog und nicht digital. Das heißt, der Arzt müsste sich durch viele, viele Seiten an Texten arbeiten“, so der stellvertretende KBV-Chef. Zudem sei die Finanzierung des Ganzen unklar. „Wir befürchten, dass sie wieder auf den Arzt abgewälzt wird, indem die Anbieter der Software einfach höhere Monatswartungs­gebühren verlangen“, so Hofmeister.

Anzeige

Zudem sorgt sich der KBV-Vize um eine erhebliche Verschärfung der Regressbedrohung und eine Einschränkung der Therapiefreiheit. „Das sind beides Dinge, die wir ablehnen und für ungeeignet halten", sagte er. Ihm zufolge gibt es also noch etliche Punkte zu klären.

„Ich halte es für ganz wichtig, dass wir das Thema Digitalisierung und Nutzung des Computers zur Unterstützung der Ärzte weiter vorantreiben. Aber nochmal: Die besteht nicht darin, dass ich dem Arzt in PDF-Form noch mehr Informationen auf den Desktop lade und ihn damit vollkommen von seiner eigentlichen Arbeit abhalte“, so Hofmeister. © hil/sb/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

20. September 2018
Mainz – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Rheinland-Pfalz hat den Weg für die ausschließliche Fernbehandlung von Patienten im Einzelfall frei gemacht. Die 80 Mitglieder der Ver­tre­ter­ver­samm­lung folgten bei ihrem
Auch in Rheinland-Pfalz künftig ausschließliche Fernbehandlung möglich
19. September 2018
Berlin – Von den insgesamt rund 6.500 Berliner Praxen sind mittlerweile rund 1.000 an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) angeschlossen. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis, wenn man bedenkt, unter welch
Berlin: 1.000. Praxen an Tele­ma­tik­infra­struk­tur angeschlossen – KV plädiert für Fristverlängerung
19. September 2018
Berlin – Das neue Onlineprogramm der AOK „Familiencoach Depression“ soll Angehörigen helfen, den Alltag mit einem depressiv erkrankten Menschen besser zu bewältigen. Dabei lernen Familie und Freunde
Neues Onlineportal der AOK soll im Umgang mit depressiv erkrankten Menschen helfen
18. September 2018
Berlin – Die Krankenkasse Barmer will zur besseren Versorgung von Kindern und Jugendlichen eine App und eine Videosprechstunde einführen. Das teilte die Kasse heute in Berlin mit. Die App soll demnach
Barmer plant telemedizinische Angebote für pädiatrische Erkrankungen
18. September 2018
Berlin – Vergangene Woche hat der amerikanische Hersteller Apple in seinem Firmensitz in Cupertino neben weiteren Geräten auch die neue Apple Watch 4 vorgestellt. Apple hat bei der Uhr neben einer
Apple Watch: Kardiologen bewerten EKG-Funktionen
17. September 2018
Berlin – Viele Länder veranstalten heute bereits zum 4. Mal den Internationalen Tag der Patientensicherheit (ITPS). Wie groß die Resonanz und Beteiligung hierzulande ist, zeigt eine interaktive
Tag der Patientensicherheit: Chancen der Digitalisierung noch nicht ausgeschöpft
17. September 2018
Berlin – Ab dem kommenden Jahr soll die elektronische Gesundheitsakte „Vivy“ eine Schnittstelle zum Praxissystem KV Connect bekommen. Darüber hinaus will Medatixx eine Schnittstelle zu Vivy in seine

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER