NewsAuslandBritische Ärzte schlagen Alarm: Inakzeptable Zustände in Kliniken
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Britische Ärzte schlagen Alarm: Inakzeptable Zustände in Kliniken

Donnerstag, 11. Januar 2018

/dpa

London – Ärzte aus 68 britischen Krankenhäusern haben Premierministerin Theresa May auf teils katastrophale Zustände im staatlichen Gesundheitssystem hingewiesen. Sie sorgten sich sehr um die Sicherheit von Notfallpatienten. In den oft überfüllten Kliniken sterben den Medizinern zufolge Kranke sogar auf Korridoren. Die staatlichen Krankenhäuser seien chronisch unterfinanziert, heißt es in einem Schreiben. Die Zustände seien „nicht mehr akzeptabel trotz größter Bemühungen der Mitarbeiter“. In einigen Notfallaufnahmen warteten mehr als 50 Patienten gleichzeitig auf ein Bett. Die Ärzte publizierten ihren Brief im Health Service Journal.

In diesen Wochen müssen in Großbritannien Zehntausende Operationen verschoben werden. May hatte sich dafür entschuldigt, aber dies mit besonderen Umständen im Winter begründet. Dazu zählte sie auch die Feiertage und die Zunahme schwerer Atemwegserkrankungen. Der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, sprach dagegen heute von einer jährlichen „Zwölf-Monats-Krise“. Er forderte bei einem Treffen mit medizinischem Personal von der Regierung deutlich höhere Investitionen im Gesundheitsbereich.

Anzeige

Britische Premierministerin entschuldigt sich für verschobene Operationen

London – Die britische Premierministerin Theresa May hat sich bei Patienten für Tausende verschobene Operationen entschuldigt. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS in England hatte zuvor Krankenhäusern wegen akuter Engpässe empfohlen, nicht dringliche Operationen bis zum 31. Januar aufzuschieben. „Ich weiß, dass es schwierig ist. Ich weiß, dass es frustrierend ist. Ich weiß, dass es enttäuschend (...)

Der staatliche Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) stößt in jedem Winter an seine Grenzen. Der Chef des Britischen Roten Kreuzes sprach vor einem Jahr im Londoner Parlament sogar von einer „humanitären Krise“. Neben den knappen Kassen sind britischen Gesundheitsexperten zufolge auch die explodierenden Patientenzahlen ein Grund für die Zustände. Die Behandlung von immer mehr Senioren mit chronischen Krankheiten treibt die Kosten in die Höhe. Derzeit nimmt außerdem die Zahl der Grippe­fälle erheblich im Vereinigten Königreich zu. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #110369
jpink
am Mittwoch, 17. Januar 2018, 07:13

Exploding numbers in the Vereinigtes Königreich...

...ein Verein voller Königreichsbürger?

Ganz schön runtergekommen, das Empeia. Bestimmt meine Schuld. Die Befreiung hat ja sooo viel gekostet, daß die nun finanziell am Stock gehen auf der Insel.

Vielleicht mal in der City of London anklopfen und um Geld betteln. Denn dort wird nach wie vor das meiste Geld gehandelt. Geld handeln? Ja, sowas machen die. Deswegen fehlt dieses sogenannte Geld eben anderswo auf dem Planeten. Mit Kriegen sollen die übrigens auch handeln. Da "explodieren dann ebenfalls die Patientenzahlen".

Ach, das war Satire.
LNS

Nachrichten zum Thema

26. November 2018
London – Die Lücke in der Lebenserwartung zwischen den reichsten und den ärmsten Gegenden Englands hat seit Anfang des Jahrhunderts deutlich zugenommen. Männer aus den ärmsten Gegenden sterben laut
Arme sterben in England fast zehn Jahre früher
26. November 2018
Brüssel/London – Europäische Ärzte, die in Großbritannien leben, dürfen auch nach einem Brexit weiterhin dort bleiben und arbeiten. Ihr Recht auf Aufenthalt, Erwerbstätigkeit, Familiennachzug, auf
Brexitabkommen: EU-Ärzte sollen weiter in Großbritannien arbeiten können
22. November 2018
Berlin – Die Grünen im Bundestag befürchten, dass Großbritannien nach dem Brexit europäische Umwelt- und Sozialstandards unterlaufen könnte. „Die Bundesregierung muss jetzt sehr genau hinschauen,
Grüne sehen Gefahr für Umwelt- und Sozialstandards durch Brexit
21. November 2018
London – Die Gesundheitsberufe in Großbritannien sollten sich für eine Volksabstimmung über das endgültige Brexit-Abkommen einsetzen. Das fordern Vertreter der Medizin- und Pflegebranche im British
Britische Gesundheitsfachleute warnen vor Brexit und fordern zweites Referendum
27. August 2018
London – Sollte Großbritannien ohne ein Abkommen aus der Europäischen Union (EU) ausscheiden, droht dem Land ein Engpass an Sperma für die künstliche Befruchtung. Nach Regierungsangaben werden die
Ohne Brexit-Deal droht Großbritannien Engpass bei künstlicher Befruchtung
21. August 2018
London – Ein Brexit ohne Abkommen könnte nach Ansicht der Trägergesellschaften britischer Krankenhäuser und Rettungsdienste zu Medikamentenengpässen führen. Das geht aus einem Brief des Verbands der
Britische Krankenhausträger warnen vor Folgen des Brexits
20. Juni 2018
London – Das Vereinigte Königreich braucht dringend einen gemeinsamen und strategischen Ansatz für die Rekrutierung von Ärzten aus dem Ausland. Diese Auffassung vertreten James Buchan und Anita
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER