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Medizin

Nasenbluten: Meist helfen einfache Methoden

Freitag, 12. Januar 2018

Nasenbluten Epistaxis/Friedberg, adobe.stock.com
/Friedberg, adobe.stock.com

Leipzig/München – Nasenbluten ist meist ein Fall für den Hausarzt oder den ärztlichen Notdienst (116117). Sie können in 65 bis 75 Prozent der Fälle die Blutung mit einfachen Maßnahmen stillen. Erst bei anhaltender Blutung sollten Betroffene einen Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde aufsuchen. Eine Leitlinie für die Behandlung gibt es jedoch nicht. Welche Therapie angezeigt ist, beschreibt eine CME-Fortbildung im Deutschen Ärzteblatt (Dtsch Arztebl Int 2018; 115 (1-2): 12-22). 

Nur sechs bis zehn Prozent der Menschen mit Nasenbluten suchen einen Arzt auf. Genaue Zahlen liegen dabei lediglich für Notfallambulanzen in Deutschland vor. Die besagen, dass im Jahr 2015 fast 20.000 Menschen stationär aufgrund einer Epistaxis behandelt wurden – die meisten waren älter als 65 Jahre. Nach durchschnittlich 3,6 Tagen konnten sie die Klinik wieder verlassen.

Ursachen von Nasenbluten (Beispiele)

  • am häufigsten: Trauma durch „In-der-Nase-Bohren“
  • Nasenbeinfraktur/-prellung
  • Fremdkörper
  • juveniles Nasenrachenfibrom
  • Malignome
  • Hämophilie A und B
  • trockene Schleimhaut
  • Antikoagulanzien
  • Glukokortikoid-Nasensprays
  • allergische Rhinitis

Eine Notfallambulanz an einem Krankenhaus oder einen Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde aufsuchen muss nur ein kleiner Teil der Betroffenen mit schwerem oder rezidivierendem Nasenbluten, das unter bestimmten Umständen lebensbe­drohlich sein kann. Ist die Blutungs­quelle sichtbar, ist eine elektrische oder chemische Kauterisation in der Regel erfolgreich. Bei Kindern empfehlen die Autoren die chemische Alternative. Sie ist weniger schmerzhaft und kann daher ohne Vollnarkose durchgeführt werden.

Die meisten Patienten können aber mit Basismaßnahmen vom Haus- oder Notarzt gut versorgt werden. Dazu zählen etwa eine Nasenflügelkompression, orale Blutdrucksenker oder oxymetazolinhaltige Nasensprays.

Eine Operation kommt erst in Frage, wenn auch eine Tamponade die Blutung nicht aufhalten kann. Besonders erfolgreich haben sich dabei die endoskopische Ligatur oder Koagulation der Arteria sphenopalatina gezeigt. © gie/aerzteblatt.de

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lupus1955
am Freitag, 12. Januar 2018, 18:46

Nasenbluten

wenn nicht einmal im DÄB zwischen Notarzt und Notdienst unterschieden werden kann, wie soll der Bürger den Unterschied wissen???

Anm. d. Red.: Danke für den Hinweis. Wir haben das nach Rücksprache mit dem Autor des CME-Beitrags in „ärztlichen Notdienst“ geändert.

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