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Patientenschützer: Zahl an Beratungen und Hilfen gestiegen

Freitag, 12. Januar 2018

patientenverfuegung_dpa

Dortmund – Kranke, Pflegebedürftige und deren Angehörige brauchen nach den Worten der Deutschen Stiftung Patientenschutz zunehmend Rat und Hilfe. Mehr als 33.000 Mal habe die Stiftung im vergangenen Jahr in ihren Büros in Dortmund, Berlin und München Unterstützung angeboten, erklärte die Organisation heute in Dortmund. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein Plus von mehr als 13 Prozent. Vor allem steige die Nachfrage zu Patientenverfügungen und Vollmachten: Mit rund 11.700 Beratungen sei der bisherige Höchstwert von etwa 9.100 im Jahr 2016 übertroffen worden.

„Wir merken, das Thema Vorsorgedokumente brennt den Menschen unter den Nägeln“, so Vorstand Eugen Brysch. „Viele sind aber verunsichert, was in einer guten Patienten­verfügung stehen muss. Sie suchen daher professionelle Unterstützung.“ Brysch betonte, dass nur „umfassend und eindeutig formulierte Dokumente“ praxistauglich seien und auch durchgesetzt werden könnten.

Patientenschützer warnen vor Musterformularen

Wer Beratung suche, sollte sich im Vorfeld bei den Anbietern genau erkundigen, wie teuer es wird, wie viel Zeit zur Verfügung steht und ob der Anbieter Vordrucke benutzt, in denen nur noch der Name eingesetzt wird. „Eine gute Beratung braucht 90 Minuten und lässt später noch Raum für Nachfragen und Bedenkzeit“, gab Brysch zu bedenken. Auch Verbraucherschützer raten zur Vorsicht insbesondere bei Musterformularen aus dem Internet, in denen die Formulierungen vorgegeben sind, und empfehlen ein persönliches Gespräch bei einem Arzt.

Der Bundesgerichtshof hatte 2016 entschieden, dass eine Patientenverfügung konkret sein muss und sich deutlich zu einzelnen medizinischen Maßnahmen oder zu bestimmten Krankheiten äußern muss. Die Formulierung, „lebensverlängernde Maßnahmen“ seien nicht erwünscht, reicht demnach nicht aus, um beispielsweise eine künstliche Ernährung zu beenden.

Zugenommen um zwölf Prozent hat den Angaben zufolge auch die Hilfe in akuten Krisen. Die Zahl dieser Patientenschutzberatungen sei um 400 auf 3.600 Fälle gestiegen. Im Mittelpunkt hätten dabei Probleme mit den Pflegegraden gestanden. Auch hätten Betroffene zu Fragen des Bestandsschutzes alter Einstufungs­entschei­dungen und höherer Pflegeheimkosten Rat gesucht. Brysch bemängelte in dem Zusammenhang „soziale Ungerechtigkeiten“ und „Bürokratie“.

Bei den Zugriffsraten auf die Internetseite der Stiftung gab es den Angaben zufolge einen Anstieg um fast neun Prozent. „Gerade bei älteren Menschen gewinnt die Website immer größere Bedeutung, weil sie schnelle und gute Antworten liefert“, betonte Brysch. Die Seite biete neben tagesaktuellen Informationen aus Politik und Gesundheitswesen auch Services und Hilfestellungen etwa zu Fragen rund um die Pflege.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz versteht sich als Sprachrohr von schwerst­kranken, schwerst pflegebedürftigen und sterbenden Menschen. Sie finanziert sich demnach ausschließlich aus Spenden und Beiträgen ihrer rund 55.000 Mitglieder und Förderer. Sie hieß früher Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz-Stiftung. © kna/afp/aerzteblatt.de

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