Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Sterbehilfe: Arzt weist Vorwürfe zurück

Freitag, 12. Januar 2018

Berlin – Ein Berliner Arzt, der sich im Zusammenhang mit dem Suizid einer Patientin strafbar gemacht haben soll, hat die Vorwürfe vor dem Landgericht Berlin zurück­gewiesen. Als Arzt sei er nicht berechtigt, eine Zwangsbehandlung gegen den Willen eines Patienten vorzunehmen, erklärte der 68-Jährige zu Prozessbeginn.

Die unheilbar kranke Frau habe die Entscheidung, aus dem Leben scheiden zu wollen, ernsthaft und voll entscheidungsfähig getroffen. Er habe sie nicht alleingelassen. Dem Mediziner wird Tötung auf Verlangen durch Unterlassen zur Last gelegt.

Laut Anklage soll der damalige Hausarzt die 44-jährige Patientin im Februar 2013 auf ihren Wunsch hin bei ihrem Suizid unterstützt haben. So habe er ihr in Kenntnis ihrer Absicht ein starkes Schlafmittel verschrieben.

Per Handy-Nachricht habe ihm die Patientin mitgeteilt, dass sie die Tabletten eingenommen habe. Er habe die Frau tief komatös in ihrer Wohnung vorgefunden, ihrem Wunsch folgend aber keine Rettungs­maßnahmen eingeleitet.

Der Arzt sagte, er habe sich „in ethischer und rechtlicher Hinsicht richtig verhalten“. Er habe die Frau lange gekannt und ausführliche Gespräche geführt. An ihrem Entschluss habe kein Zweifel bestanden. Sie habe gedroht, sich andernfalls vor eine S-Bahn zu werfen. Die Tabletten habe sie selbst genommen.

Einer der Verteidiger sagte, er erwarte einen Freispruch. Bei einem Schuldspruch würde sein Mandant vor den Bundesgerichtshof (BGH) ziehen. Der Prozess wird am 15. Januar fortgesetzt. © dpa/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

19. April 2018
Brighton – Ein britischer Friseur, der absichtlich mehrere Männer mit dem Aidserreger infizierte, muss für mindestens zwölf Jahre ins Gefängnis. Er hatte seine zehn Opfer auf einer Dating-App
Gericht verhängt lange Haftstrafe für absichtliche Infizierung mit HIV
16. April 2018
Oldenburg – Verantwortliche am Klinikum Oldenburg sollen schon während der Beschäftigung von Todespfleger Niels H. von Unregelmäßigkeiten gewusst haben. Das schreibt der Spiegel. Demnach haben sich
Klinik soll früh von Vorwürfen gegen Todespfleger Niels H. gewusst haben
12. April 2018
Krefeld – Nach dem Tod von drei Patienten einer alternativen Krebspraxis in Brüggen hat die Krefelder Staatsanwaltschaft den Inhaber wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Der Heilpraktiker soll den
Tod von drei Krebspatienten: Anklage gegen Heilpraktiker erhoben
10. April 2018
Reims – Neues Kapitel im Fall des langjährigen Komapatienten Vincent Lambert: Das medizinische Team des Krankenhauses CHU Reims hat sich für einen Behandlungsstopp ausgesprochen. „Alles wurde nach den
Ärzte für Behandlungsstopp von Komapatient Lambert
5. April 2018
Düsseldorf – Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen (NRW) verlangt weitergehende Aufklärung über den Verdacht von Medikamentenversuchen an Kindern in Einrichtungen der Jugend- und Behindertenhilfe
Nordrhein-Westfalen will Aufklärung wegen Medikamentenversuchen in Kinderheimen
4. April 2018
Hamm – Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hat einer Mutter 7.500 Euro Schmerzensgeld zugesprochen, der in einer Arztpraxis bei einer künstlichen Befruchtung „falsches“ Sperma übertragen wurde. Die
Schmerzensgeld für Mutter nach Verwechslung bei künstlicher Befruchtung
3. April 2018
Hamburg – Fast 100 Patienten haben beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn einen Antrag zum Erwerb eines todbringenden Medikamentes gestellt. Exakt 98 Anträge sind bis

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige