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Ärzteschaft

Kassenärztliche Bundesvereinigung legt Fahrplan für 2018 vor

Freitag, 12. Januar 2018

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) will 2018 das Gesundheits­system aktiv weiterentwickeln. Dabei liegt der Fokus vor allem auf der fort­schreitenden Ambulantisierung, der Reform des Notfalldienstes, der Abschaffung der Honorarbudgets sowie der Digitalisierung.

„Wir stehen vor der großen Herausforde­rung, unser leistungsstarkes Gesundheitssystem so weiterzuentwickeln, dass auch künftig alle Patienten in hoher Qualität behandelt werden können“, erläuterte KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Gassen heute in einem Interview. Zugleich müsse es gelingen, mehr junge Ärzte für die Niederlassung zu gewinnen.

Vorschläge liegen bereit

„Unsere Vorschläge für ein zukunftsfestes Gesundheitssystem liegen auf dem Tisch“, betonte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Stephan Hofmeister mit Verweis auf das Konzept KBV 2020. So könnten unrentable Krankenhäuser in ambulante Strukturen umgewandelt werden. Die Gesundheitsversorgung vor Ort würde nicht wegbrechen, und die Bevölkerung wäre weiter ärztlich versorgt.

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Klar sei auch, dass die Umwandlung der Krankenhäuser nur in Kooperation mit den Klinikärzten erfolgen könne. Auf Zusammenarbeit setzt der Vorstand auch bei der Reform der Notfallversorgung. Das von der KBV entwickelte Konzept von Bereitschafts­dienst und ambulanter Notfall­versorgung sei gut geeignet, die Probleme zu lösen, hob Hofmeister hervor.

Abschaffung des Honorarbudgets

Darüber hinaus will die KBV sich vehement für die Abschaffung der Honorarbudgets einsetzen. Ein Euro angefordertes Honorar in der privaten Kran­ken­ver­siche­rung sei ein Euro auf dem Konto, ein Euro angefordertes Honorar in der gesetzlichen Kranken­versicherung seien 80 bis 90 Cent“, kritisierte Gassen und warnte: „Die Budgets werden sicher nicht von heute auf morgen wegfallen. Doch bei solcher Ungerechtigkeit müsse sich keiner wundern, wenn es zu Problemen komme oder sich junge Ärzte gegen die Niederlassung entscheiden.“

Gemeinsam mit den Berufsverbänden sei die KBV dabei, die Überarbeitung der einzelnen Facharztkapitel vorzubereiten, die Bewertung aller EBM-Leistungen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Wenn alles glatt läuft, soll der neue EBM im Herbst im Bewertungsausschuss beschlossen werden.

Eine große Aufgabe in diesem Jahr sei die Anbindung der Praxen und Medizinischen Versorgungszentren an die neue Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI), betonte KBV-Vorstands­mitglied Thomas Kriedel. Ebenfalls oben auf der Agenda stehe 2018 die Ausgestaltung und Entwicklung der elektronischen Patientenakte. Wichtig seien einheitliche Standards, damit die E-Akten in den Praxen problemlos genutzt werden könnten.

„Die KBV setzt sich dafür ein, dass nur digitale Anwendungen Einzug in die Praxen finden sollen, die die Ärzte entlasten und einen echten Mehrwert für die Patientenversorgung haben“, unterstrich Kriedel. © hil/sb/aerzteblatt.de

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