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Ausland

Hilfsorganisation fordert bessere Leprabekämpfung

Montag, 15. Januar 2018

Würzburg – Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) hat auf eine steigende Zahl von Lepra-Neuerkrankungen weltweit hingewiesen. 2016 sei mit rund 217.000 Menschen ein Plus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen gewesen, teilte die Würzburger Hilfsorganisation mit Blick auf den Welt-Lepratag am 28. Januar mit.

Wichtig sei daher eine bessere Leprakontrolle. Kleine Inselstaaten in der Südsee hätten diese etwa jahrelang vernachlässigt. Zu Beginn des Jahrtausends sei die Zahl der Leprakranken gesunken. Das habe zur falschen Schlussfolgerung geführt, die Krankheit wäre besiegt.

Intensive Forschung

Je mehr Menschen jedoch erkrankten oder auch nur mit dem Erreger infiziert seien, desto mehr Infektionsquellen gebe es, so die DAHW. Nach Beginn einer medikamen­tösen Behandlung mit einer Kombination aus drei Antibiotika sei der Patient nicht mehr infektiös.

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DAHW-Präsidentin Gudrun Freifrau von Wiedersperg verwies darauf, dass ihre Organisation derzeit in Tansania an einem vorbeugenden Medikament forsche; weitere Partner täten dies in anderen Ländern. „In zwei Jahren werden wir wissen, ob dieses Mittel erfolgreich eingesetzt werden kann. Dies wäre ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Lepraarbeit.“

Besonders Kinder leiden laut Hilfsorganisation unter Lepra. Weltweit seien mehr als 18.000 Kinder neu an Lepra erkrankt, mehr als jeder zwölfte neue Patient sei unter 15 Jahren alt. In Inselstaaten wie Mikronesien treffe dies auf fast jeden vierten, auf Kiribati sogar auf mehr als jeden dritten zu.

Diskriminierung in der Schule oder selbst innerhalb der Familie seien keine Seltenheit. Die DAHW wurde 1957 als „Deutsches Aussätzigen-Hilfswerk“ gegründet und ist nach eigenen Angaben in 20 Ländern mit Projekten aktiv. © kna/aerzteblatt.de

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