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Forscher sehen Nachholbedarf bei Bezahlung von Altenpflegern

Dienstag, 16. Januar 2018

/dpa

Nürnberg – Arbeitsmarktforscher sehen bei der Bezahlung von Altenpflegekräften trotz Lohnsteigerungen in den vergangenen Jahren noch erheblichen Nachholbedarf. Mit monatlich 2.621 Euro brutto verdiene eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft in der Altenpflege im Durchschnitt 16 Prozent weniger als im Schnitt alle anderen Beschäftigten, berichtete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) heute in einer Studie. Noch schlechter schnitten Altenpflegehelfer ab, die wegen fehlender dreijähriger Ausbildung nur wenige komplexe Routinearbeiten erledigten.

Auch im Vergleich zu Krankenpflegern müssten Altenpfleger teils deutliche Abstriche hinnehmen. So liege das monatliche Einkommen eines Altenpflegehelfers mit durchschnittlich 1.870 Euro rund 600 Euro unter dem eines Krankenpflegehelfers. Allerdings bestünden große regionale Unterschiede. So verdienten Fachkräfte in der Altenpflege etwa in Sachsen-Anhalt 30 Prozent weniger als die dortigen Krankenpflegefachkräfte. In Bayern und Baden-Württemberg seien es dagegen nur gut 13 Prozent weniger.

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Die finanzielle Lage der Alten- und Krankenpflegekräfte hat sich nach Erkenntnissen der Forscher im Vergleich zu allen anderen Beschäftigten auch durch die Lohnerhöhungen der vergangenen Jahre nicht durchgreifend verbessert. Diese hätten zwischen 2012 und 2016 nur leicht über dem Niveau aller anderen Vollzeitbeschäftigten in Deutschland gelegen. Und auch das Lohngefälle zwischen Kranken- und Altenpflege habe sich dadurch nur unwesentlich verringert. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass Krankenpfleger häufig Zuschläge für spezielle Dienste bekämen, etwa für Arbeiten auf der Intensivstation.

Die Forscher sehen daher vor allem bei der Entlohnung von Pflegekräften „Verbesserungspotenzial“. Denn um den wachsenden Fachkräftebedarf für eine gute Pflege sicherstellen zu können, müsse sich die Arbeit als Pflegekraft auch finanziell lohnen. Allerdings sei die Lohngestaltung in der Pflege wegen der mit den Kranken- und Pflegekassen ausgehandelten Pflegesätze oft weniger flexibel als in anderen Wirtschaftsbereichen, räumen die Forscher ein.

Für die Studie hat das IAB die Entgeltdaten von 415.000 in Vollzeit beschäftigten Fachkräften und 111.000 Vollzeit-Hilfskräften in den Pflegeberufen ausgewertet. © dpa/aerzteblatt.de

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