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Vermischtes

572 Fälle von Genitalverstümmelung in Hessen erfasst

Mittwoch, 17. Januar 2018

Wiesbaden – 572 Fälle von Genitalverstümmelung sind 2016 in Hessen erfasst worden. Das geht aus einer Antwort des Sozialministeriums in Wiesbaden auf eine Kleine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor. Die Dunkelziffer liege vermutlich aber deutlich darüber. Dem Ministerium zufolge werden in der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen nur Daten der gesetzlich Versicherten erfasst – sofern sie ein Arzt notiert hat.

In der polizeilichen Kriminalstatistik werden solche Fälle nicht eigens aufgelistet. Genitalverstümmelung fällt dort dem Ministerium zufolge unter den Oberbegriff der Körperverletzung. Zur Anzahl oder Herkunft der betroffenen Frauen könne daher nichts gesagt werden.

In ganz Deutschland leben einer Studie des Bundesfamilienministeriums von 2017 zufolge fast 50.000 weibliche Opfer von Genitalverstümmelung. Verbreitet ist diese Praxis demnach unter anderem in Ägypten, Eritrea, Somalia, Äthiopien, Mali und dem Irak. Millionen Frauen erleben während der Verstümmelung sowie später bei Geschlechtsverkehr und Geburt schwere Komplikationen und Traumen. © dpa/aerzteblatt.de

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steck
am Freitag, 19. Januar 2018, 23:15

Beschneidung aus rituell-religiösen Gründen = Genitalverstümmelung

Es gibt Aussagen der Ärzteschaft, aber eben nur von Teilen: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/86976 .
Meines Wissens fehlt eine klare Position des Deutschen Ärztetages oder der Bundesärztekammer. Letztlich geschieht hier im Zeichen der Religionsfreiheit tagtäglich Barbarisches, das ohne den Kontext des Ritus mehrfach strafbedroht wäre.
jankomo
am Donnerstag, 18. Januar 2018, 22:51

Genitalverstümmelung - was wollen wir wirklich?

In Anbetracht der berechtigten Empörung über die Verstümmelung von Mädchen und jungen Frauen sei darauf hingewiesen,dass die Verstümmelung von Knaben aus religiösen Gründen in Deutschland mit Zustimmung aller Parteien gesetzlich legitmiert ist. Im Säuglingsalter dürfen diese "Beschneidungen" auch von Nichtmedizinern vorgenommen werden. Es ist schwer nachzuvollziehen, das Verstümmelung an Mädchen und Frauen einen Straftatbestand darstellt, wärend an Penissen straffrei herumgeschnitten werden kann. Gibt es dazu eigentlich eine Aussage der Ärzteschaft? Und warum gibt es hier keine Gleichbehandlung?
chrelli
am Mittwoch, 17. Januar 2018, 18:56

Strafrecht?

Das darf doch nicht wahr sein, dass solch ein Verbrechen tausendfach in Deutschland passiert und niemand tut etwas?

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