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Politik

Grüne plädieren für Sofortprogramme in der Pflege

Freitag, 19. Januar 2018

/dpa

Berlin – Die Bundestagsfraktion der Grünen hat sich in zwei Anträgen dafür ausge­sprochen, sofort mehr in die Förderung der Pflege zu investieren. In einem Antrag fordern sie ein Sofortprogramm in Höhe von 1,3 Milliarden Euro pro Jahr für mehr Pflegepersonal in Krankenhäusern. Die auch im internationalen Vergleich sehr hohe Personalbelastung in einem Großteil der Einrichtungen erfordere schnell wirksame Maßnahmen, hieß es.

Eine angemessene Pflegepersonalausstattung im Krankenhaus sei für die Qualität der stationären Versorgung, für den Patientenschutz und die Arbeitssituation der Beschäf­tigten unabdingbar. Die geplante Festlegung von Personaluntergrenzen in besonders pflegeintensiven Bereichen reiche zudem nicht aus. Um das Personal zu entlasten, Patientensicherheit und Pflegequalität zu gewährleisten sowie die Attraktivität des Pflegeberufes zu steigern, müssten schnell weitreichende Initiativen ergriffen werden, erklärten die Grünen.

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Pflegequalität gewährleisten

Neben dem Sofortprogramm zur Förderung zusätzlicher Pflegekräfte fordern die Abgeordneten auch, verbindliche Personalbemessungsinstrumente für die gesamte pflegerische Versorgung im Krankenhaus zu entwickeln, die sich am individuellen Pflegebedarf der Patienten orientieren.

Zudem verlangen die Grünen in einem zweiten Antrag ein Programm für mehr Personal in der Altenpflege. Es gehe darum, die Pflegequalität zu gewährleisten, den neuen teilhabeorientierten Pflegebegriff umzusetzen sowie die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern. Konkret fordern die Abgeordneten, den Pflegevorsorgefonds aufzulösen und aus diesen Mitteln ein Sofortprogramm in Höhe von 1,2 Milliarden Euro im Jahr aufzulegen, um damit zusätzliche Pflegekräfte mit tarifgerechter Entlohnung zu fördern.

Begleitet werden müsse das Programm durch eine Ausbildungsoffensive, Anreize für eine einfachere Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit, ein Wiedereinstiegsprogramm, eine bessere Gesundheitsvorsorge für die Beschäftigten sowie eine Weiterqualifizierung von Pflegehelfern zu Pflegefachkräften. © hib/kna/aerzteblatt.de

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oskar44
am Samstag, 20. Januar 2018, 12:45

Sofortentlastung Pflege

Unabhängig von der Notwendigkeit in der Pflege neue Stellen zu schaffen und die Entlohnung zu verbessern wäre eine sofortige Entlastung zu erreichen, wenn das extreme Ausmaß der Dokumentationspflicht auf ein vernünftiges Maß reduzerit würde.
Dazu müssten Notwendigkeit und Ziele der Dokumentation neu, d.h. ohne die ursprünglichen ( ca. im Jahr 2000 ) Floskeln zu verwenden, hinterfragt werden.
Schließlich kann man zuerst dokumentieren und dann arbeiten, bei Schichtende ist die Dokumentation regelrecht, nach kurzer Zeit kann schon nicht mehr überprüft werden ob die dokumentierten Leistungen auch erbracht wurden. Dies geschieht laut Medien und nach meiner beobachtung auch!
Den Kostenträgern sollte dies plausibel gemacht werden.
Widerstand gegen diese Maßnahme käme allerdings von Seiten der gut bezahlten, zahlreichen Instituten welche dei Dokumentation überwachen und weiter ausbauen.
LNS

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