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Politik

Landtagsabgeordnete in Nordrhein-Westfalen werben für Organspende

Donnerstag, 18. Januar 2018

/dpa

Düsseldorf – Angesichts der dramatisch sinkenden Zahl der Organspender hat der nordrhein-westfälische Landtag fraktionsübergreifend für Organspenden geworben. „Es ist fünf vor zwölf“, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) gestern in einer Aktuellen Stunde in Düsseldorf.

„Die Organspende ist in Wahrheit eigentlich der größte Liebesbeweis des einzelnen Menschen an die Gesellschaft und an andere Menschen“, sagte Laumann. Dass es nur 146 Organentnahmen in dem Bundesland mit den bundesweit meisten Kranken­häusern und Transplantationszentren gebe, sei „unsolidarisch“ gegenüber anderen, die in den Verbund wesentlich mehr Energie einbrächten. „Man kann nicht von der Transplantationsmedizin profitieren wollen und sich auf der anderen Seite nicht der Frage der Organentnahme stellen“, erklärte der Minister.

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Stellung von Transplanta­tions­beauftragten verbessern

Laumann sprach sich dafür aus zu prüfen, die gesetzliche Stellung von Transplanta­tions­beauftragten zu stärken. Auch die Chefs der Krankenhäuser müssten in die Pflicht genommen werden. Der DSO-Transplantationscheck zeige, dass in Nordrhein-Westfalen (NRW) 180 mögliche Spender von den Kliniken nicht gemeldet worden seien.

Die SPD-Abgeordnete Angela Lück plädierte für eine grundlegende Änderung der rechtlichen Lage, sodass Organspenden in Deutschland wie etwa auch in Österreich künftig der Normalfall und nicht mehr die Ausnahme würden. Der CDU-Abgeordnete Jochen Klenner sagte, die Aufklärung über Organspenden müsse besser werden. Manche Menschen hätten immer noch Angst, dass bei potenziellen Organspendern der Kampf ums Überleben schneller aufgegeben werde. Daher seien positive Informa­tions­kampagnen nötig.

Das Netzwerk Organspende in NRW, ein Zusammenschluss von Selbsthilfeorganisa­tionen aus den Bereichen Organspende und Transplantation, kündigte gestern an, verstärkt über das Thema informieren zu wollen – unter anderem beim Deutschen Seniorentag in Dortmund oder am Tag der Organspende in Essen.

In NRW wie auch in ganz Deutschland hat die Zahl der Organspenden einen Tiefpunkt erreicht. Spendeten 2010 im bevölkerungsreichsten Bundesland noch 256 Menschen nach dem Hirntod Organe, waren es 2017 nur noch 146, wie aus den jüngsten Daten der Stiftung Organtransplantation (DSO) hervorgeht. Insgesamt wurden den Spendern 450 Organe entnommen. Rechnerisch kamen in NRW damit auf eine Million Menschen nur 8,2 Organspender. Die Spenderrate lag damit niedriger als in jedem anderen Bundesland, heißt es in einer Vorlage der Fraktionen von CDU und FDP.

Nach den DSO-Statistiken gab es bundesweit 2017 nur 797 Spender, 60 weniger als im Vorjahr. Das ist der niedrigste Stand seit 20 Jahren. Im vergangenen Jahr starb in Deutschland rund alle drei Tage ein Mensch, weil er nicht rechtzeitig ein passendes Spenderorgan erhielt. Rund 10.000 Patienten stehen im Moment auf einer Warteliste für Nieren, Lebern, Lungen oder Herzen. © dpa/aerzteblatt.de

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