NewsPolitikMehr als 300.000 Versicherte profitieren von neuer Pflegebegutachtung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Mehr als 300.000 Versicherte profitieren von neuer Pflegebegutachtung

Donnerstag, 18. Januar 2018

/dpa

Essen – Die medizinischen Dienste der Kran­ken­ver­siche­rung (MDK) haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft. „Mit der neuen Begutachtung konnten im Vergleich zu 2016 rund 304.000 Versicherte neu anerkannt werden“, begrüßte Peter Pick, Geschäfts­führer des medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS), diese Entwicklung. Mehr Menschen hätten nun früher und insgesamt einen besseren Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung.

Anfang 2017 war ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt worden. Die drei bisherigen Pflegestufen wurden durch fünf Pflegegrade ersetzt. Der Zeitaufwand für die Pflege spielt nicht mehr die ausschlaggebende Rolle. Zudem bekommen Menschen, de­ren Geisteskraft nachlässt, einen gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung.

Anzeige

2017 haben die MDK-Gutachter mehr als 1,6 Millionen Versicherte nach dem neuen Verfahren begutachtet. Bei rund 1,4 Millionen Versicherten empfahlen die Gutachter einen der fünf Pflegegrade. Etwa 820.000 dieser Versicherten haben erstmals Leistungen erhalten. Darüber hinaus wurden in den ersten Monaten dieses Jahres zusätzlich über 268.000 Versicherte nach dem alten Verfahren begutachtet, die – sofern Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde – dann in einen der fünf Pflegegrade übergeleitet wurden. Dabei handelt es sich um Personen, die vor dem 1. Januar 2017 einen Antrag gestellt hatten.

„Die neue Pflegebegutachtung hat den Praxistest erfolgreich bestanden“, zieht der MDS ein Fazit. Im nächsten Schritt komme es darauf an, die Versorgung weiterzuentwickeln. „In allen Bereichen sind weitere Aktivitäten aller Akteure notwendig, um mit bedarfs­gerechten Angeboten die Ressourcen der pflegebedürftigen Menschen zu stärken und ihre Selbstständigkeit soweit als möglich zu erhalten“, betonte Pick. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. Februar 2019
Stuttgart – Der baden-württembergische Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) schlägt ein neues Finanzmodell für die Altenpflege vor. In der der Badischen Zeitung vom Donnerstag sprach er sich dafür
Lucha will Pflegeheimbewohner vor steigenden Kosten schützen
28. Januar 2019
Berlin – Pflegebedürftige müssen für ihre Unterbringung in Heimen aktuellen Zahlen zufolge immer höhere Summen aus eigener Tasche aufbringen. Im Bundesdurchschnitt sind die Kosten, die Heimbewohner
Eigenanteil für Pflegebedürftige steigt
22. Januar 2019
Berlin – Die Verbraucherzentralen dringen auf einen Staatszuschuss für die Pflege, um weiter steigende Kosten für Versicherte und Pflegebedürftige zu begrenzen. „Ähnlich wie die gesetzliche Renten-
Verbraucherzentralen fordern Steuerzuschuss für Pflegeversicherung
21. Januar 2019
Berlin – Die Gewerkschaft Verdi fordert einen bundesweit gültigen Tarifvertrag für die Altenpflege. Er solle einen Stundenlohn von mindestens 16 Euro für Fachkräfte und von 12,84 Euro für Hilfskräfte
Verdi will 16 Euro pro Stunde für Altenpflegefachkräfte
18. Januar 2019
Bonn – Die von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) angestoßene Grundsatzdebatte zur Finanzierung der Pflege geht weiter. Der Präsident des Deutschen Pflegerats, Franz Wagner, spricht sich dabei
Debatte über Reform der Pflegefinanzierung geht weiter
17. Januar 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn will wegen der absehbar steigenden Kosten der Pflege eine Grundsatzdebatte über die künftige Finanzierung. „Wir müssen noch mal ganz neu austarieren, was
Spahn will Grundsatzdebatte über Finanzierung der Pflege
16. Januar 2019
München – Angesichts immer zahlreicherer Pflegebedürftiger muss der Beitragssatz der Pflegeversicherung einer neuen Untersuchung zufolge bis zum Jahr 2045 von 3,05 auf 4,25 Prozent steigen. Das wären
LNS
NEWSLETTER