Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Neuregelungen beim Mutterschutz betreffen auch Krankenhäuser und Arztpraxen

Freitag, 19. Januar 2018

/dpa

München – Auf die neuen Regelungen im Mutterschutzrecht hat die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin hingewiesen. Diese schließen laut der Fachgesellschaft mehr Mütter ein als zuvor, außerdem werde der Arbeitsschutz von Müttern im Betrieb verstärkt.

Das Mutterschutzgesetz gewährleistet schwangeren und stillenden Frauen einen besonderen Gesundheitsschutz. Es soll gewährleisten, dass Frauen auch während der Schwangerschaft oder Stillzeit ohne Gesundheitsrisiko für Mutter und Kind arbeiten können.

Bislang galt das Gesetz nur für Frauen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen oder Heimarbeit ausführen. Ab 2018 sind alle werdenden Mütter eingeschlossen – also auch Praktikantinnen oder weibliche Auszubildende. Danach können diese während des Mutterschutzes für Veranstaltungen, Prüfungen oder Praktika Ausnahmen bean­tragen, ohne deswegen Nachteile zu erleiden.

Verbot von Nachtarbeit

Wichtig ist laut Fachgesellschaft das Verbot von Nachtarbeit: Mit dem neuen Gesetz dürfen schwangere oder stillende Frauen zwischen 20 Uhr und 6 Uhr nicht mehr beschäftigt werden. Ausnahmen gelten nur bei Einwilligung der werdenden Mutter, ärztlicher Bescheinigung der Unbedenklichkeit, Einhaltung des Arbeitsschutzes und behördlicher Genehmigung. „Der Arbeitgeber muss daher prüfen, ob ein Einsatz nach 20 Uhr nötig ist und bei der Aufsichtsbehörde einen entsprechenden Antrag mit allen relevanten Unterlagen stellen“, berichtet die Fachgesellschaft.

Gefährdungsbeurteilung prüfen

Für jeden Arbeitsplatz muss der Arbeitgeber künftig bei der allgemeinen Gefährdungs­beurteilung im Vorfeld prüfen, ob sich eine Gefährdung für eine schwangere oder stillende Frau oder ihr Kind ergeben könnte, auch wenn aktuell dort keine schwangere oder stillende Frau tätig ist. Der Arbeitgeber muss das Ergebnis der Beurteilung dokumentieren und die Mitarbeiter informieren. Meldet eine Frau ihre Schwanger­schaft an, muss diese Gefährdungsbeurteilung entsprechend aktualisiert und individualisiert werden.

Längere Schutzfristen

Die Regelungen sehen auch längere Schutzfristen vor: Neu ist zum Beispiel ein viermonatiger Kündigungsschutz, wenn Frauen nach der zwölften Schwanger­schaftswoche eine Fehlgeburt erleiden. Auf Antrag der Mutter müssen Arbeitgeber ab 2018 außerdem nach der Geburt eine verlängerte Schutzfrist von zwölf Wochen bei Geburten von behinderten Kindern gewähren. Bisher galt diese nur bei Früh- und Mehrlingsgeburten. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

24. Mai 2018
Berkeley – Das Abschalten von 8 Öl- beziehungsweise Kohlekraftwerken hat in Kalifornien zu einer Steigerung der Fertilität und zu einem Rückgang der Frühgeburten geführt. Dies geht aus 2
Weniger fossile Kraftwerke führen zu mehr und gesünderen Babys
23. Mai 2018
Überlingen – Die Helios-Klinik in Überlingen hat den Kreißsaal für mehrere Wochen geschlossen, weil drei von acht Hebammen schwanger sind. Sobald die Schwangerschaft bekannt wird, gilt für Hebammen
Schwangere Hebammen sorgen für Kreißsaalschließung
22. Mai 2018
Potsdam – Sowohl die Mutter als auch der Vater beeinflussen über ihre Ernährung die Gesundheit ihres Kindes. Und zwar schon vor einer Schwangerschaft. Zu diesem Ergebnis kommt ein deutsch-chinesisches
Ernährungsfehler des Vaters beeinflussen die Gesundheit seiner Kinder
16. Mai 2018
Baltimore – Kinder, deren Mütter während des dritten Schwangerschaftsdrittels von einer höheren Luftverschmutzung umgeben waren, hatten einen erhöhten Blutdruck in der Kindheit. Zu diesem Ergebnis
Feinstaub wirkt sich in der Schwangerschaft auf den Blutdruck des Kindes aus
15. Mai 2018
Köln – Es ist unklar, ob es sinnvoll ist, die Rhesusprophylaxe mittels eines Tests zu steuern, der den fetalen Rhesusfaktor noch vor der Geburt bestimmt. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für
Pränataler Rhesusfaktor: Test zuverlässig, Nutzen unklar
15. Mai 2018
Erfurt – Ein neues Internetportal soll Schwangeren die Suche nach Hebammen in Thüringen erleichtern. Die Website www.hebammensuche-thueringen.de sei nun gestartet, teilte das Ge­sund­heits­mi­nis­terium
Online-Plattform soll in Thüringen Suche nach Hebammen erleichtern
8. Mai 2018
Boston– Die Fortsetzung einer Behandlung mit Quetiapin oder Olanzapin während der Schwangerschaft könnte das Risiko auf einen Gestationsdiabetes erhöhen. Dies kam in einer epidemiologischen Studie

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige