NewsÄrzteschaftÄrztekammer Baden-Württemberg erinnert an Opfer des Nationalsozialismus
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärztekammer Baden-Württemberg erinnert an Opfer des Nationalsozialismus

Freitag, 19. Januar 2018

/dpa

Stuttgart – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer (LÄK) Baden-Württemberg hat der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Vertreter der Kammer haben gestern in der Gedenkstätte der ehemaligen Tötungsanstalt Grafeneck eine Gedenktafel enthüllt und sich zur Schuld der damaligen Ärzte an den dortigen Verbrechen bekannt.

Der LÄK zufolge wurde genau 78 Jahre zuvor, am 18. Januar 1940, auf direkten Befehl von Adolf Hitler erstmals der Gashahn in Grafeneck geöffnet und damit die Aktion „T4“ gestartet. Die Täter waren Ärzte. Innerhalb eines Jahres wurden in Grafeneck 10.654 Menschen mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen ermordet.

Anzeige

Die baden-württembergische Ärzteschaft mahnt daher auf ihrer Gedenktafel eindringlich, „niemals wieder menschliches Leben für unwert zu erachten“.

Die Standesvertretung setzt sich schon länger intensiv mit der Rolle der baden-württembergischen Ärzteschaft in der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. So hat sie in der laufenden Wahlperiode erstmals einen Arbeitskreis „Ethik und Geschichte der Medizin“ eingerichtet und ein wissenschaftliches Forschungsprojekt zur Kammerhistorie zwischen 1920 und 1960 angestoßen.

Die aktive Auseinandersetzung mit der Rolle der Ärzteschaft im Nationalsozialismus helfe, die Sensibilität für politische Fehlentwicklungen hinsichtlich des Wertes jedes menschlichen Lebens zu erhöhen, so die Überzeugung von Kammerpräsident Ulrich Clever. © hil/sb/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Oktober 2018
Berlin – Zum Gedenken an jüdische Ärzte, die während der Zeit des Nationalsozialismus unter Repressionen gelitten haben, wollen Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)
Gedenktafel zur Erinnerung an jüdische Ärzte
5. Oktober 2018
Berlin – Das Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) der TU Berlin hat ein Pilotprojekt gestartet, um die Geschichte der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands (KVD) im Nationalsozialismus zu
Forschungsprojekt nimmt Rolle der Ärzteschaft im NS-Regime unter die Lupe
14. August 2018
Berlin – Mindestens 200.000 psychisch kranke und behinderte Menschen wurden während der Zeit des Nationalsozialismus im Rahmen des sogenannten Euthanasieprogramms ermordet. Viele weitere wurden
Erinnerung an Euthanasie und Zwangssterilisation von Menschen mit Behinderungen
24. Juli 2018
Stuttgart – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg hat die Bundesregierung aufgefordert sicherzustellen, dass im Krankenhausbereich Tarifsteigerungen grundsätzlich
Ärztekammer Baden-Württemberg für Refinanzierung von Tarifsteigerungen
5. Juni 2018
Hannover – Niedersachsen hat in der Nachkriegszeit mehreren an Nazigräueln beteiligten Ärzten eine Karriere in der landeseigenen Psychiatrie ermöglicht. Dies ist das Ergebnis einer 2016 in Auftrag
Niedersachsen ermöglichte NS-Psychiatern nach 1945 weitere Karriere
17. Mai 2018
Berlin – Die Charité - Universitätsmedizin Berlin hat gestern den „Erinnerungsweg Remember“ auf dem Campus Mitte vorgestellt und eröffnet. Mit dem Kunstprojekt knüpft sie an ihre bereits bestehende
Kunstprojekt „Erinnerungsweg“ an authentischen Orten
23. April 2018
Palo Alto/Wien – Der österreichische Mediziner Hans Asperger, der 1944 das Krankheitsbild eines „autistischen Psychopathen“ beschrieb, das seit den 1980er-Jahren zunächst im angelsächsischen Raum nach
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER