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Medizin

Leberschäden durch Schöllkraut

Montag, 22. Januar 2018

/dpa

Bern – Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic hat eine Warnung vor Leberschäden in die Fachinformationen für das Arzneimittel Iberogast aufgenommen. Anlass sind Fallberichte über schwere Leberschäden, die auf das in der Tinktur enthaltene Schöllkraut zurückgeführt werden. 

Schöllkraut wird bereits seit der Antike als Medizin benutzt. Es gehört auch heute zu den populären Mitteln der Volksmedizin, die es äußerlich zur Behandlung von Warzen, innerlich zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden verwendet. Iberogast, das noch Auszüge aus sechs weiteren Kräutern enthält, wird zur Linderung gastrointes­tinaler Beschwerden beworben.

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Schöllkraut steht seit längerem im Verdacht, Leberschäden auslösen zu können. Das BfArM hat 2008 die Tagesdosierung auf maximal 2,5 mg Gesamtalkaloide beschränkt. Die europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat das Nutzen-Risiko-Verhältnis von pflanzlichen Präparaten aus Chelidonium majus L 2012 als negativ bewertet. Zwischen­zeitig haben die Arzneimittelagenturen vor dem vermeintlichen Krebsarz­neimittel „Ukrain“ gewarnt, das Schöllkraut in höherer Dosis enthält und in Deutsch­land und anderen EU-Staaten ungesetzlich in den Verkehr gebracht worden war. 

In den letzten Jahren hat es Meldungen zu Leberschäden nach Einnahme von Iberogast gegeben. Swissmedic rät den Ärzten jetzt zur Vorsicht bei Patienten mit aktuell bestehender oder anamnestisch bekannter Lebererkrankung sowie bei Patienten, die mit anderen Arzneimitteln behandelt werden, welche die Leber oder die Leberwerte beeinträchtigen können. Bei diesen Patienten müsse der Nutzen des Arzneimittels sorgfältig gegen das Risiko von akutem Leberversagen oder einer nachteiligen Wirkung auf die Leberfunktionswerte abgewogen werden. 

Die Patienten sollten angewiesen werden, die Behandlung abzusetzen und sich an ihren Arzt zu wenden, wenn es bei ihnen zu Anzeichen oder Symptomen einer Leberschädigung (allgemeine Müdigkeit, erhöhte Transaminasen- und/oder Bilirubinwerte, Ikterus, Hepatitis) kommt.

In Deutschland enthält der Beipackzettel zu Iberogast derzeit keine Hinweise auf mögliche Leberschäden. © rme/aerzteblatt.de

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