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Ärzteschaft

55 Arztstellen in Berliner Gesundheitsämtern nicht besetzt

Montag, 22. Januar 2018

/dpa

Berlin – In den Berliner Gesundheitsämtern können zurzeit mehr als 500 Stellen nicht besetzt werden; 55 davon sind Arztstellen. Das teilte heute in Berlin der Landesver­band Berlin-Brandenburg der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) mit. Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) gerate damit an die Grenzen seiner Arbeits­fähigkeit, warnte der MB-Landesvorsitzende Peter Bobbert.

Mitverantwortlich für den Personalnotstand ist Bobbert zufolge das Gefälle zwischen den Tarifgehältern in den Krankenhäusern und dem, was Ärzte im ÖGD verdienen. „Die Ärzte in den Gesundheitsämtern haben rund 1.000 Euro brutto weniger im Monat als in den Kliniken“, sagte Bobbert.

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Zwar habe die rot-rot-grüne Regierung in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten, dass sie einen arztspezifischen Tarifvertrag für die Ärztinnen und Ärzte im ÖGD einführen und damit die Gehaltsunterschiede zu einer Beschäftigung in den landeseigenen Kliniken abschaffen wolle. Geschehen sei aber nichts, kritisierte Bobbert. Dabei habe Berlin, dessen Bevölkerung wachse, ein Recht auf einen funktionierenden Öffentlichen Gesundheitsdienst.

Psychiaterstelle zwölfmal vergeblich ausgeschrieben

Dass dringender Handlungsbedarf besteht, beschrieb die Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Claudia Kaufhold, anhand einiger Beispiele. So gebe es aufgrund des Personalmangels kaum noch einen Bezirk in Berlin, in dem die Einschulungsuntersuchungen rechtzeitig vor Schulbeginn durchgeführt werden könnten.

Förderbedarf bei Kindern könne deshalb zu spät erkannt werden. Leidtragende seien vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien, die Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt weniger häufig in Anspruch nähmen als ihre Altersgenossen aus besser situierten Familien.

Auch Begehungen von Arztpraxen könnten zum Teil nicht mehr wie vorgeschrieben stattfinden. Von gut 1.000 Praxen, in denen ambulant operiert wird, seien im vergange­nen Jahr nur 84 von den Amtsärzten kontrolliert worden. Besonders betroffen vom Ärztemangel sei auch der Sozialpsychiatrische Dienst der Stadt, ohne dessen Gut­ach­ten kein Patient zwangsweise in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden könne.

„In einem Berliner Bezirk sind von fünf Psychiaterstellen nur 1,7 besetzt“, sagte Kaufhold. Dort sei eine Psychiaterstelle innerhalb eines Jahres zwölfmal vergeblich ausgeschrieben worden. „Wir haben viel für das Image der Amtsärzte getan und bei Studierenden um Nachwuchs geworben, aber an der Bezahlung können wir nichts ändern“, erklärte Kaufhold.

MB-Hauptgeschäftsführer Armin Ehl hält es für nicht nachvollziehbar, dass die Länder als Arbeitgeber die Amtsärzte zur Verwaltung zählen und sich deshalb bislang arzt­spezifischen Tarifverträgen verweigern. „Ärzte sind Ärzte sind Ärzte“, sagte Ehl. „Die Differenz zwischen den Gehältern muss abgeschafft werden.“

Gesundheitssenatorin kündigt Zulagen an

Derweil hat Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) der Nachrich­ten­agentur dpa erklärt, die Gehaltslücke der Amtsärzte durch die Zahlung von Zulagen schließen zu wollen. Man werde in Berlin vorerst einen eigenen Weg gehen, weil die Tarifgemeinschaft der Länder, der Berlin angehört, arztspezifische Tarif­verträge ablehne. Diese seien aber nach wie vor das Ziel des rot-rot-grünen Senats, erklärte Kolat. Solchen Zulagen steht der MB skeptisch gegenüber, weil sie jederzeit wieder zurückgenommen werden können. © HK/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 20. April 2018, 15:54

Reichsbürger?

Auch wenn die Zahlen möglicherweise richtig sind - der ganze Rest ist Reichsbürgerunfug für die Tonne!
Avatar #110369
jpink
am Freitag, 20. April 2018, 07:28

Welche "Ämter"?

Es gibt keine Ämter in Berlin im staats- / völkerrechtlichen Sinne. Der sogenannte, von den Besatzern erlassene Sonderstatus gilt fort. Auch im sonstigen sogenannten "Bundesgebiet" DEUTSCH-Land findet man nur noch Amtsstuben aus der alten guten Zeit. Die juristische Hauptstadt der nach 1990 fortgesetzten Besatzungverwaltung BRD ist nsch wie vor Bonn. Recherchiere jeder selbst.

Müßte ich jedenfalls in Berlin hausen, einem NWO-Pferch der schlimmsten Sorte, bekäme ich auch noch Depressionen oder soziopathische Störungen.

Eine gedeihliche Umgebung ist viel wichtiger.

Zitat eines Soziologen:

„Hauptstädte haben es an sich, ein Sammelbecken von Parasiten, Lebenskünstlern, gescheiterten Existenzen, Eskapisten, Rentiers und Beamten zu sein. Berlin ist da wirklich keine Ausnahme. [...] Die Hauptstadt beherbergt 4,3 % der deutschen Bevölkerung. Aber nur 1,5 % der bundesweit Beschäftigten im gewerblichen Bereich zieren unsere Hauptstadt. Was die Landwirte angeht: 264 von 1,08 Millionen sind in Spreeathen tätig. Nur 2,7 % der deutschen Bauleute wohnen in Berlin, obwohl exzessiv gebaut wird. Im Bereich von Energie und Wasserwirtschaft sind es 2,5 % der deutschen Beschäftigten. Dagegen sind etwas überproportional 5,1 % der Dienstleister in der Hauptstadt tätig. Eine Auswirkung der zahlreichen Bundesbehörden. In Deutschland sind 7,6 % der Bevölkerung Hartzer, in Berlin sind es 16,5 %. Ganz Deutschland hat 2,75 Mio Studenten, davon überproportional 6,4 % in Berlin. Von 17.800 Bühnenkünstlern deutschlandweit sind 7,2 % in der Hauptstadt tätig, bei den Tänzern beträgt die Quote sogar 10,2 %. Man könnte diese Statistiken des Grauens noch verfeinern, einen weiteren Erkenntnisgewinn bringt das nicht. Man kann es in einem Satz zusammenfassen: Viele Berliner sind von der normalen schaffenden Gesellschaft abgehängt, einige sind stinkend arrogant oder faul. Bundesweit haben 30 bis 40 % der Wähler einen bodenständigen Beruf, in Berlin sind es kaum 20 %. Berlin hat eine deformierte Subventionswirtschaft und dadurch auch eine abartige Soziologie.“ — Wolfgang Prabel[33]

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Obwohl, das vielleicht noch, Ihr laßt die Tyrannei a b e r m a l s zu - und das (nach Eurem Bekunden) bei Eurer Geschichte:

„[...]Die rechtsstaatliche Ordnung in der BRD ist [...] außer Kraft gesetzt [...].“
OLG Koblenz 1. Senat für Familiensachen, 14.02.2017, AktZ. 13 UF 32/17, Dokumenttyp Beschluß
http://www.landesrecht.rlp.de/jportal/portal/t/7qe/page/bsrlpprod.psml?pid=Dokumentenanzeige&showdoccase=1&doc.id=KORE242742017&doc.part=L

Und die Verschwörung der sogenannten Bundesregierung gegen den Weltfrieden natürlich nicht zu vergessen:
»Die Bundesregierung schließt sich der Erklärung der vier Mächte an und stellt dazu fest, daß [...] ein Friedensvertrag oder eine friedensvertragsähnliche Regelung nicht beabsichtigt sind.«
LNS

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