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Medizin

Angsterkrankung könnte Vorläufer einer Alzheimer-Demenz sein

Dienstag, 23. Januar 2018

/Juan Gärtner, stockadobecom

Boston – Eine sich verschlimmernde Angsterkrankung bei älteren Menschen könnte auf eine sich entwickelnde Alzheimer-Demenz hinweisen. Das berichten Forscher um Nancy Donovan vom Brigham and Women's Hospital in Boston. Ihre Arbeit ist im American Journal of Psychiatry erschienen (2018; doi: 10.1176/appi.ajp.2017.17040442).

Frühere Studien deuten laut Arbeitsgruppe darauf hin, dass Depressionen und Angstzustände Indikatoren für die Alzheimerkrankheit sein könnten, da die Symptome dieser psychischen Erkrankungen häufig in den frühen Stadien der Erkrankung auftreten.

Die genauen Ursachen der Alzheimerkrankheit sind noch unklar, aber Wissenschaftler glauben bekanntlich, dass Beta-Amyloid dabei eine Schlüsselrolle spielen könnte. Die Arbeitsgruppe um Donovan versuchte in ihrer Studie jetzt herauszufinden, ob Beta-Amyloid eine Rolle bei dem Zusammenhang zwischen der Demenz und einer Angst­störung spielen könnte.

Die Studie umfasste 270 Erwachsene im Alter von 62 bis 90 Jahren mit normaler kognitiver Funktion, die sich alle einer Positronen-Emissions-Tomographie bei Studien­beginn und jährlich während der 5-jährigen Nachbeobachtungszeit unterzogen, um den Gehalt an Beta-Amyloid in ihrem Gehirn zu bestimmen.

Symptome von Angst und Depression unter den Erwachsenen wurden mithilfe der 30 Punkte umfassenden „Geriatric Depression Scale“ erfasst. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Studienteilnehmer, die eine Zunahme der Angstsymptome über 5 Jahre des Follow-ups zeigten, auch höhere Beta-Amyloid-Werte in ihrem Gehirn hatten. Dies deutet ihrer Auffassung nach darauf hin, dass eine Ver­schlech­terung der Angst ein frühes Zeichen für die Alzheimerkrankheit sein könnte.

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass Folgestudien erforderlich seien, um festzustellen, ob ältere Erwachsene, die eine Zunahme der Angstsymptome erfahren, tatsächlich Alzheimer entwickeln.

Angststörungen sind in den Vereinigten Staaten weit verbreitet und betreffen etwa 40 Millionen Erwachsene pro Jahr. Schätzungen zufolge leben in den USA etwa 5,5 Millio­nen Menschen mit Alzheimer, von denen etwa 5,4 Millionen über 65 Jahre alt sind. © hil/aerzteblatt.de

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