NewsÄrzteschaftÄrzte fordern von der Politik mehr Engagement gegen Fehlernährung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärzte fordern von der Politik mehr Engagement gegen Fehlernährung

Dienstag, 23. Januar 2018

/dpa

Berlin – Vier konkrete Maßnahmen gegen Fehlernährung fordern Ärzteverbände und Fachgesellschaften in einem offenen Brief von der Politik. Diese vier Maßnahmen sind eine verständliche Lebensmittelkennzeichnung in Form einer Nährwertampel, verbind­liche Standards für die Schul- und Kitaverpflegung, Beschränkungen der an Kinder gerichteten Lebensmittelwerbung sowie steuerliche Anreize für die Lebensmittel­industrie, gesündere Rezepturen zu entwickeln.

An dem Appell beteiligen sich unter anderem die Bundeszahnärztekammer, die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin, die Deutsche Adipositas-Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, die Deutsche Herzstiftung, die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten und die Bundes­vertre­tung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd). Eine Unterschriftenaktion für den Appell hatte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und die Verbraucherorganisation foodwatch gestartet.

Anzeige

Kampf gegen Übergewicht

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) gelten 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen von drei bis 17 Jahren als übergewichtig oder adipös. Im Vergleich zu den 1980er- und 1990er-Jahren hat der Anteil übergewichtiger Kinder damit um 50 Prozent zugenommen, der Anteil adipöser Kinder hat sich verdoppelt. Gleichzeitig leben in Deutschland derzeit rund 6,7 Millionen Menschen mit Diabetes – dies ist laut DDG eine Steigerung um etwa 38 Prozent seit Beginn des Jahrtausends, altersbereinigt um etwa 24 Prozent. Eine zu kalorienreiche Ernährung, die häufig bereits im Kindesalter erlernt wird, sei einer der Gründe für diese besorgniserregende Entwicklung, hieß es aus der Fach­gesellschaft. 

Die Autoren des offenen Briefes halten freiwillige Vereinbarungen mit der Lebens­mittelindustrie für einen Irrweg. Das zeige zum Beispiel die bislang wirkungslose Selbstverpflichtung von Herstellern, ihre an Kinder gerichtete Werbung einzuschrän­ken. Gesetzliche Regelungen seien daher notwendig.

„Die Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen: Eine aktive medizinische Community ist entscheidend, um die politischen Entscheidungsträger zu überzeugen. Ärzteschaft, Fachverbände und Zivilgesellschaft müssen die Kräfte bündeln und klarmachen: Ohne das entscheidende Eingreifen der Politik können wir die Adipositas- und Diabetes-Epidemie nicht stoppen“, sagte der Präsident der DDG, Dirk Müller-Wieland. Er forderte daher alle Ärzte und medizinisches Fachpersonal auf, den offenen Brief zu unter­zeichnen. © hil/kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. April 2019
Wuppertal – Die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren über Fisch spiegelt sich in der Menge bestimmter Botenstoffe im Körper wider. In einer Studie mit 121 Teilnehmern konnten Lebensmittelchemiker der
Je mehr Omega-3-Fettsäure-haltige Fischmahlzeiten, desto mehr Oxylipine bildet der Körper
24. April 2019
Berlin – Vor Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan haben der Kinderschutzbund (DKSB) und der Verband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) für ein altersgerechtes Fasten geworben. Familien sollten
Kinderschutzbund empfiehlt altersgerechtes Fasten im Ramadan
23. April 2019
Cambridge/England und Cambridge/Massachusetts – Etwa 6 % der (britischen) Bevölkerung hat eine „Gain of Function“-Variante im MC4R-Gen, die vermutlich ein schnelleres Sättigungsgefühl erzeugt und in
Genvarianten machen früher satt – Genscore sagt Adipositasrisiko voraus
23. April 2019
Los Angeles – Die nächtliche elektrische Stimulation eines supraorbitalen Astes des Nervus trigeminus hat in einer randomisierten Studie im Journal of the American Academy of Child and Adolescent
US-Zulassung eines Trigeminus-Stimulators zur ADHS-Behandlung von Kindern
23. April 2019
Berlin – Der Bundesverband Kinderhospiz hat Missstände in der Kinderhospizarbeit in Deutschland angeprangert. Obwohl es in den vergangenen Jahren einige Verbesserungen gegeben habe, müsse noch viel
Verband weist auf Probleme bei Kinderhospizarbeit hin
16. April 2019
Hamburg – Das Landgericht Hamburg hat eine einstweilige Verfügung gegen die Kennzeichnung von Iglo-Verpackungen mit dem Kennzeichnungssystem Nutri-Score erlassen. Die Einführung der von Verbrauchern
Lebensmittelkennzeichnung: Landgericht Hamburg stoppt Nutri-Score vorübergehend
12. April 2019
Berlin – Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will ein eigenes Modell zur vereinfachten Darstellung des Nährwertgehalts in Nahrungsmitteln entwickeln. Wie das Ministerium gestern
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER