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Medizin

Saccharomyces boulardii: Probiotikum für abwehrgeschwächte Patienten gefährlich

Dienstag, 23. Januar 2018

Bonn – Die „Arzneihefe“ Saccharomyces boulardii, die Patienten vor Durchfaller­krankungen schützen soll, kann bei schwerkranken oder abwehrgeschwächten Patienten systemische Pilzinfektionen auslösen. Aus Anlass zahlreicher Fallberichte hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Warnhinweise verschärft.

Die medizinische Literatur enthält zahlreiche Berichte über abwehrgeschwächte Patienten, die nach einer probiotischen Behandlung mit Saccharomyces boulardii, einem Verwandten der Bäckerhefe, schwere systemische Infektionen mit eben diesem Pilz erlitten. Bei Patienten mit zentralem Venenkatheter war die Behandlung mit Perenterol®, Perenterol® forte, Perenterol® junior, Eubiol® und Perocur® 250 deshalb bereits kontraindiziert.

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Neue Fallberichte über Fungämien, teilweise mit tödlichem Ausgang, machen aus Sicht des BfArM eine Ausweitung der Kontraindikationen notwendig. Die Präparate, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind (und deren Einnahme der Arzt deshalb anamnestisch erfragen muss), sind nunmehr bei allen schwerkranken oder immunsupprimierten Patienten kontraindiziert.

Die Hersteller müssen darauf hinweisen, dass auch andere Patienten, die sich in unmittelbarer Nähe zu mit S. boulardii behandelten Patienten aufhalten, einem Risiko ausgesetzt sind, mit den Mikroorganismen kontaminiert zu werden. Dies macht Vorsichtsmaßnahmen erforderlich: Um eine Kontamination über Hände oder Raumluft zu vermeiden, dürfen die Beutel und Kapseln nicht in den Krankenzimmern geöffnet werden.

Das medizinische Fachpersonal sollte während der Handhabung der Probiotika Handschuhe tragen, diese danach umgehend entsorgen und sich die Hände gründlich waschen, heißt es in einem Rote-Hand-Brief. © rme/aerzteblatt.de

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