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Versorgungsdaten zeigen gute Betreuung herzkranker Kinder

Freitag, 26. Januar 2018

/Bernd Libbach, stockadobecom

Berlin – Die Sterblichkeit an angeborenen kardiovaskulären Fehlbildungen ist seit 1990 um mehr als 60 Prozent gesunken. Die Sterbeziffer – also die Mortalität pro 100.000 Einwohner – liegt seit 2007 stabil in der Größenordnung von 0,5 Prozent. Das geht aus neuen Versorgungsdaten hervor, die die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) jetzt vorgestellt hat.

„In keinem anderen Bereich der Herzmedizin ist die Sterberate in den vergangenen Jahrzehnten derart drastisch gesunken“, hieß es jetzt aus der Fachgesellschaft. Deren Daten zufolge kommen in Deutschland pro Jahr rund 7.900 Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Die meisten von ihnen können ein weitgehend normales Leben führen, mehr als 94 Prozent erreichen das Erwachsenenalter. In Deutschland leben etwa 100.000 Kinder und Jugendliche sowie 180.000 Erwachsene mit einem behandelten angeborenen Herzfehler.

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Kleine, besondere Patientengruppe

Diese Patienten sind laut dem Vize-Präsident der DGPK, Sven Dittrich, innerhalb der Herzmedizin „eine kleine, aber in der Diagnose und Behandlungskomplexität besondere Gruppe“. Sie seien besonders auf eine interdisziplinär abgestimmte Versorgung angewiesen.

Für das Jahr 2016 weisen die Daten laut DGPK 22.219 stationäre Behandlungsfälle für diese Patientengruppe aus, von denen 3.969 Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern waren. Die Patienten wurden in 32 Kinderherzkliniken, ferner durch Kinderkardiologen in allgemeinen Kinderkliniken und durch niedergelassene Kinderkardiologen versorgt.

Im Jahr 2016 erfolgten an den 32 Kinderherzkliniken 9.050 Herzkatheter­unter­suchungen, von denen 20 Prozent bei erwachsenen Patienten getätigt wurden. Die Sterblichkeit bei Herzkathetereingriffen lag bei 0,03 Prozent bei diagnostischen und 0,1 Prozent nach interventionellen Eingriffen. Herzchirurgische Eingriffe wurden bei 5.855 Patienten durchgeführt, davon 81 Prozent mit Herzlungenmaschine. Die Sterblichkeit bei den operativen Eingriffen lag bei 2,5 Prozent.

Die DGPK hatte jüngst auch in ihrer Stellungnahme die Richtlinie des Gemeinsamen Bundes­ausschusses (G-BA) zur Qualitätssicherung der herzchirurgischen Versorgung bei Kindern und Jugendlichen gelobt. Diese macht Vorgaben zur Personalausstattung und zur Infrastruktur und trägt laut Fachgesellschaft dazu bei, dass nur Zentren mit großer Expertise und ausreichend Personal in der Versorgung tätig sind.

Gestern hat der G-BA das BQS Institut für Qualität & Patientensicherheit beauftragt, die Qualitätssicherungsrichtlinien zur Dialyse und zur Kinderherzchirurgie zu eva­luieren. Ziel ist es, umfassende und belastbare Informationen über die Umsetzung der qualitätssichernden Maßnahmen und die Auswirkungen auf die Versorgungs­strukturen zu erhalten. © hil/aerzteblatt.de

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