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Ausland

US-Turnarzt zu 175 Jahren Haft verurteilt

Donnerstag, 25. Januar 2018

/dpa

Lansing – Der ehemalige US-Turnarzt Larry Nassar ist wegen massenhaften sexuellen Missbrauchs junger Turnerinnen zu 175 Jahren Haft verurteilt worden. Die Staats­anwaltschaft hatte eine Haftstrafe von 40 bis 125 Jahren gefordert.

Richterin Rosemary Aquilina bezeichnete die Taten bei der Verkündung des Strafmaßes in Lansing im US-Bundesstaat Michigan als „abscheulich“. „Sie können ihren Opfern nicht ihre Unschuld zurückgeben“, sagte Richterin Aquilina. Nassar habe es nicht verdient, jemals wieder das Gefängnis zu verlassen. Der Ex-Turnarzt war in einem anderen Prozess wegen des Besitzes von Kinderpornografie bereits zu einer Haftstrafe von 60 Jahren verurteilt worden.

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Opfer oft minderjährig

Bis gestern waren bei dem Prozess 156 Mädchen und Frauen angehört worden, darunter auch mehrere Olympiasiegerinnen. Sie schilderten die kriminellen Machenschaften des heute 54 Jahre alten Mediziners in allen Einzelheiten. Nassar hatte sich im November 2017 schuldig bekannt. Die meisten Opfer Nassars waren minderjährig. Ein Mädchen war zum Tatzeitpunkt erst sechs Jahre alt.

Nassar sagte vor Gericht, er bitte seine Opfer um Entschuldigung für den Schmerz und das Trauma, das er ihnen angetan habe. „Eure Worte haben mich zutiefst erschüttert“, sagte er. Er werde diese Worte bis ans Ende meines Lebens in sich tragen.

Angela Povilaitis von der Generalstaatsanwaltschaft Michigan sagte: „Seine Lügen haben funktioniert. Jede frühere Anschuldigung ging ins Leere. Was sagt es über unsere Gesellschaft, wenn sich Opfer sexuellen Missbrauchs über Jahre verstecken müssen?“ Ausdrücklich dankte Povilaitis den Journalisten, die den Fall aufzudecken halfen.

Am Montag war die Spitze der Geschäftsführung des Turnverbandes US Gymnastics wegen Vorwürfen zurückgetreten, Nassars Machenschaften lange Zeit gedeckt zu haben. Fragen richten sich auch an die Michigan State University, an deren Fakultät Nassar Jahrzehnte tätig war. Außerdem sind eine Reihe von Zivilverfahren anhängig. © dpa/aerzteblatt.de

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