NewsVermischtesKeine Witwenrente nach Hochzeit am Krankenbett
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Keine Witwenrente nach Hochzeit am Krankenbett

Donnerstag, 25. Januar 2018

Darmstadt – Stirbt ein Mann nach nur acht Monaten Ehe, hat seine Frau nicht automatisch Anspruch auf Witwenrente. Dies gelte insbesondere, wenn am Hochzeitstag bereits eine tödliche Krankheit bekannt gewesen sei. Das urteilte das Landessozialgericht in Darmstadt (Az.: L 5 R 51/17). Eine Ehe müsse den Richtern zufolge mindestens ein Jahr dauern oder es müssten besondere Umstände vorliegen, damit eine Versorgungsehe ausgeschlossen werden könne – etwa ein plötzlicher Unfalltod, heißt es in dem heute veröffentlichten Urteil.

Im konkreten Fall ging es um ein Paar aus Kassel, das sich nach 20 Jahren Ehe zunächst scheiden ließ, später aber wieder zusammenzog. Zehn Tage, nachdem bei dem krebskranken Mann Metastasen in Leber und Lymphknoten festgestellt wurden, heirateten die Beiden im Krankenhaus erneut. Die Frau hatte argumentiert, zu diesem Zeitpunkt habe sie nicht gewusst, wie schlecht es um ihren Mann stehe. Auch sei bereits bei der Verlobung im Oktober 2010 der 31. Oktober 2012 als Hochzeitstermin ausgemacht worden, denn es handele sich um den 33. Kennenlerntag des Paares.

Doch das Landessozialgericht gab der Rentenversicherung Recht. Zumindest der Ehemann habe von der Schwere seiner Erkrankung gewusst und auf eine Eheschließung im Krankenhaus gedrängt. Dies spreche dafür, dass er vorrangig die Versorgung seiner pflegebedürftigen Frau angestrebt habe, befanden die Richter. Die Revision wurde nicht zugelassen. © dpa/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. Februar 2019
Augsburg – Weil sie sich mit Spenden für krebskranke Kinder ein luxuriöses Leben gegönnt haben, sind zwei Vereinsvorstände vom Amtsgericht Augsburg zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt worden. Die
Bewährungsstrafen für Veruntreuung von Spenden für krebskranke Kinder
11. Februar 2019
Oldenburg – Als Reaktion auf Vorwürfe des Meineids gegen vier Zeugen im Prozess um Niels H. hat das Klinikum Oldenburg zwei beschuldigte Mitarbeiter freigestellt. Bis zum Abschluss des
Prozess um Niels H.: Klinik suspendiert beschuldigte Mitarbeiter
8. Februar 2019
Ingolstadt – Nach jahrelangen Ermittlungen hat die Justiz die Strafverfahren um Vetternwirtschaft am Klinikum Ingolstadt abgeschlossen. Wie die Staatsanwaltschaft gestern berichtete, haben fünf der 16
Justiz schließt Strafverfahren um Korruption beim Klinikum Ingolstadt ab
7. Februar 2019
Oldenburg – Im Zusammenhang mit dem Prozess gegen den des hundertfachen Mordes beschuldigten ehemaligen Krankenpfleger Niels H. ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen vier Mitarbeiter eines
Ermittlungen wegen Falschaussagen in Prozess um Niels H.
1. Februar 2019
Santiago de Chile – In Chile sind vier Ärzte wegen der Ermordung des ehemaligen Präsidenten Eduardo Frei Montalva (1964-70) verurteilt worden. Frei Montalva war 1982, zu Zeiten der Diktatur Augusto
Ärzte wegen Mordes an Chiles Ex-Präsidenten Frei Montalva verurteilt
31. Januar 2019
Marburg – Weil sie mehreren Frühchen unerlaubt Medikamente gegeben haben soll, steht eine ehemalige Kinderkrankenschwester seit heute wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Marburg. Die Anklage
Angeklagte Krankenschwester schweigt zu Vorwürfen
30. Januar 2019
Offenburg – Knapp ein halbes Jahr nach einem tödlichen Angriff auf einen Mediziner in Offenburg hat der Prozess gegen einen heute 27 Jahre alten Mann begonnen. Dem Asylbewerber aus Somalia werden Mord
LNS
NEWSLETTER