NewsAuslandHolländische Sterbehilfe-Kon­trolleurin tritt aus Protest zurück
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Holländische Sterbehilfe-Kon­trolleurin tritt aus Protest zurück

Donnerstag, 25. Januar 2018

Amsterdam – Aus Protest gegen die hohe Zahl von Demenzpatienten, die in den Niederlanden durch aktive Sterbehilfe getötet werden, ist eine für die Kontrolle dieser Methode zuständige Medizinethikerin zurückgetreten.

Sie könne den „deutlichen Wandel“ in der Auslegung der Sterbehilfegesetze hin zu tödlichen Injektionen für Menschen mit Altersdemenz nicht mittragen, begründete Berna van Baarsen ihren Schritt in einem Interview des Magazins Medisch Contact. Die Zahl der jährlichen Tötungen in dieser Patientengruppe habe sich in den vergangenen fünf Jahren vervierfacht.

Rasanter Anstieg der Zahlen

Van Baarsen gehörte einem der fünf regionalen Komitees an, die für die Kontrolle von aktiver Sterbehilfe zuständig sind. Es ist nach dem Philosophen Theo Boer, der 2014 vergeblich Großbritannien vor einer Übernahme der holländischen Regelung gewarnt hatte, bereits der zweite Rücktritt eines Komiteemitglieds.

Anzeige

Die Niederlande wurden 2002 zum weltweit ersten Land, das die aktive Sterbehilfe legalisierte. Seither gibt es einen rasanten Anstieg der damit zusammenhängenden Todesfälle auf derzeit fast 17 pro Tag, wie aus dem Jahresbericht der Regionalen Kontrollkommission für Sterbehilfe (RTE) hervorgeht. 2016 hatten demnach in den Niederlanden 6.091 Menschen aktive Sterbehilfe in Anspruch genommen, wobei über 400 Patienten ohne ausdrückliche Zustimmung getötet worden seien.

Bereits vor einem Jahr warnten 200 holländische Ärzte in einer gemeinsamen Erklärung, die gesetzlichen Schutzmaßnahmen würden „langsam brechen“. Viele Menschen mit Demenzkrankheit und Psychiatriepatienten würden ohne tatsächliche mündliche Zustimmung getötet. Erstmals begannen in Holland vor wenigen Monaten Ermittlungen gegen einen Arzt, der auf Bitten des Pflegeheims einer älteren Frau gegen deren Willen die Todesspritze verabreichte. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #739503
Rhoenblick
am Freitag, 26. Januar 2018, 16:52

Stimmungsmache

In den Niederlanden sind 2017 (dieses Jahr steht mir zur Verfügung) 142 412 Menschen gestorben. Link: http://countrymeters.info/de/Netherlands/
"2016 hatten demnach in den Niederlanden 6.091 Menschen aktive Sterbehilfe in Anspruch genommen, ..."
"fast 17 Tag" - jeden Tag sind um die 390 Menschen gestorben.
Also - weniger als 4% aller Menschen, die in den Niederlanden gestorben sind haben aktive Sterbehilfe beansprucht.

In Deutschland geht es ja nur um das Verbot von passiver Sterbehilfe - Verbot?: ein Arzt will ja nicht Gefahr laufen, wegen "gewerbsmäßiger" passiver Sterbehilfe bestraft zu werden und seine Existenz zu verlieren - so einfach ist das, was sich die geistigen "Väter" dieses Gesetzes ausgedacht haben.
Avatar #114602
Brech
am Freitag, 26. Januar 2018, 12:37

Sterbehilfe

Oh Gott!
LNS

Nachrichten zum Thema

17. April 2019
Karlsruhe – Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat in einer zweitägigen Verhandlung intensiv die unterschiedlichsten Aspekte im Zusammenhang mit dem Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe erörtert.
Bundesverfassungsgericht prüft Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe umfassend
16. April 2019
Karlsruhe – Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, hat vor falschen Erwartungen an das Verfahren zum Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gewarnt. Es gehe „nicht um die
Das Recht darf zur Sterbehilfe nicht schweigen
15. April 2019
Karlsruhe – Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) prüft morgen und übermorgen in einer mündlichen Verhandlung das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe. Ende 2015 stellte der Bundestag im Paragrafen
Bundesverfassungsgericht prüft Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe
12. April 2019
Berlin – Die FDP-Fraktion im Bundestag ist mit einem Antrag zur Abgabe tödlicher Medikamente an schwer- und unheilbar Kranke in extremer Notlage gescheitert. Er wurde gestern mit der Stimmenmehrheit
FDP scheitert mit Antrag zur Abgabe tödlicher Medikamente
12. April 2019
Melbourne – Der australische Bundesstaat Victoria plant die Einrichtung von Sicherheitszonen rund um medizinische Zentren, die Sterbehilfe anbieten werden. Bürger, die sich entscheiden, „die
Sterbehilfekliniken in Australien planen Sicherheitszonen
6. März 2019
Frankfurt am Main – Der FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae hat sich für liberale Regeln in mehreren Lebensbereichen ausgesprochen. Unter der Überschrift „Selbstbestimmung von der Wiege bis ins Grab“
FDP-Vorstoß für liberale Regeln zu Leihmüttern und Sterbehilfe
5. März 2019
Karlsruhe – Das Bundesverfassungsgericht hat jetzt bestätigt, das es Mitte April über das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe verhandelt. Das höchste deutsche Gericht in Karlsruhe kündigte heute
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER