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Internistische Notfälle häufigster Grund für Luftrettungseinsätze

Donnerstag, 25. Januar 2018

/ADAC Luftrettung, Uwe Rattay

Stuttgart – Internistische Notfälle waren im vergangenen Jahr der häufigste Grund für Rettungseinsätze der gemeinnützigen ADAC Luftrettung. Wie aus Daten des ADAC hervorgeht, mussten die Rettungshubschrauber in 49 Prozent der Fälle unter anderem wegen akuter Herz- und Kreislauf-Erkrankungen ausrücken. In jeweils zwölf Prozent lagen neurologische Notfälle sowie Freizeitunfälle beim Sport oder im Haushalt zugrunde. Für zehn Prozent der Einsätze war ein Verkehrsunfall, bei sechs Prozent ein Kindernotfall die Ursache.

Notfälle und Patientenzahlen haben sich im vergangenen Jahr auf Vorjahresniveau gehalten. Die Hubschrauber der ADAC Luftrettung starteten 2017 zu rund 54.500 Notfällen. Das sind im Schnitt rund 150 Einsätze am Tag. Im vergangenen Jahr versorgten die Retter mehr als 49.000 Patienten. Bei den Einsätzen legten die ADAC-Rettungshubschrauber rund 3,6 Millionen Kilometer zurück. Die durchschnittliche Flugzeit bei einem Einsatz betrug rund 30 Minuten.

Die Liste der Einsatzorte in den Bundesländern führt Bayern mit 12.971 Einsätzen an. Dort befinden sich acht der 37 ADAC-Luftrettungsstationen. Dahinter folgen Rheinland-Pfalz mit 7.325, Nordrhein-Westfalen mit 6.425 und Niedersachsen mit 5.381 Einsätzen. Gerade in ländlichen Regionen, wo es oft an Notärzten mangelt, sei der Rettungshubschrauber häufig der schnellste und einzige Weg, den Notarzt zeitgerecht zum Patienten zu bringen und diesen schonend in eine geeignete Klinik zu transportieren, hieß es vom ADAC heute.

Bei den Städten liegt die ADAC-Luftrettungsstation in Berlin vorne. „Christoph 31“ flog in der Region zu 3.331 Notfällen und ist damit der Rettungshubschrauber mit den weltweit meisten Luftrettungseinsätzen pro Tag. „Die Einsätze in Berlin stellen die Crew jeden Tag vor besondere Heraus­forderungen, weil Starts und Landungen inmitten von Häuserschluchten und belebten Straßen zu den schwierigsten überhaupt gehören“, erklärte der Geschäftsführer der ADAC-Luftrettung, Frédéric Bruder.

Eine Herausforderung sind auch Flüge in der Dämmerung. Dennoch hält Bruder in Zukunft eine Ausweitung der Betriebszeiten und damit deutlich mehr Flüge in der Dämmerung für unabdingbar. „In viel zu vielen Regionen in Deutschland entscheiden nach wie vor die Uhrzeit und der Wohnort über die schnelle lebensrettende Hilfe aus der Luft“, erläuterte Bruder. Bisher würden Rettungshubschrauber in den meisten Städten und Gemeinden nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang eingesetzt. Wer davor oder danach in Lebensgefahr sei, dem könne aus der Luft nicht geholfen werden.

Technisch möglich sind Bruder zufolge Nachtflüge mittlerweile durch hochmoderne Rettungshubschrauber wie etwa dem neuesten Muster der ADAC-Luftrettung: dem H145. Dieser Helikopter ist, neben der EC135, für den Nachtflug mit speziellen Nachtsichtgeräten geeignet. Der H145 wird auf den Stationen in Köln, Senftenberg und Westfalen eingesetzt. Seit Januar fliegt er auch in Mainz, im Frühjahr kommt Ulm dazu.

Die ADAC Luftrettung gGmbH ist mit mehr als 50 Hubschraubern an 37 Stationen eine der größten zivilen Luftrettungsorganisationen in Europa. Seit 2017 gehört sie zur gemeinnützigen ADAC-Stiftung. © may/EB/aerzteblatt.de

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