NewsPolitikStrahlenschutz­experten wollen Hautkrebs­prävention gesetzlich verankern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Strahlenschutz­experten wollen Hautkrebs­prävention gesetzlich verankern

Freitag, 26. Januar 2018

/dpa

München – Bessere Möglichkeiten zur Vorbeugung von Hautkrebs fordert das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zusammen mit Experten des UV-Schutz-Bündnisses. Das ist eine Kooperation von Gesellschaften, Organisationen und Behörden aus Strahlenschutz, Medizin, Wissenschaft und Arbeitsschutz, die sich für UV-Schutz einsetzen.

„Wir wollen die Zahl UV-bedingter Hautkrebserkrankungen reduzieren. Zuerst müssen wir aber deren Anstieg stoppen“, sagte die BfS-Präsidentin Inge Paulini bei einem Treffen des UV-Schutz-Bündnisses in Neuherberg bei München. Dafür bedürfe es der Aufklärung und Information und des Ausbaus von gesundheitsfördernden Strukturen. Die Strahlenschützer fordern, dafür die Hautkrebsprävention im Präventionsgesetz des Bundes zu verankern.

Anzeige

Mehr Hautkrebsneuerkrankungen

Berechnungen auf der Basis von Daten des Krebsregisters Schleswig-Holstein zeigen laut BfS, dass die Zahl der Hautkrebsneuerkrankungen weiter zugenommen hat. Demnach erkrankten 2014 rund 291.000 Menschen neu an Hautkrebs, davon etwa 254.000 an Hautkrebs hellen Typs und etwa 36.000 an einem Melanom. Dies sind etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr 2013. „Diese Zahlen und die Tatsache, dass sich die Zahl der Hautkrebsneuerkrankungen alle zehn bis 15 Jahre verdoppelt, zeigen ganz deutlich, dass Hautkrebs ein beachtenswertes Gesundheitsrisiko ist und wir dringend etwas dagegen tun müssen“, betonte Paulini. 

Das Präventionsgesetz, das im Sommer 2015 in Kraft getreten ist, zielt darauf ab, Prävention und Gesund­heits­förder­ung im Lebensumfeld der Menschen zu etablieren, also in Kindertagesstätten, Schulen, am Arbeitsplatz oder im Pflegeheim. Gemeinsam mit den 19 weiteren Partnern im UV-Schutz-Bündnis fordert das BfS, Hautkrebs­prävention als Teilziel der Gesundheitsziele „Gesund aufwachsen“ und „Gesund alt werden“ in das Präventionsgesetz aufzunehmen und dem UV-Schutz so einen zusätzlichen Schub zu verleihen.

Bereits im vergangenen Jahr hat das Bündnis ein Grundsatzpapier „Vorbeugung gesundheitlicher Schäden durch die Sonne – Verhältnisprävention in der Stadt und auf dem Land“, erarbeitet. Die Verhältnisprävention ziele darauf ab, technische, organi­satorische und soziale Bedingungen des gesellschaftlichen Umfeldes und der Umwelt so zu verändern, dass Krankheiten vorgebeugt werden könne, hieß es aus dem Bündnis.

Um gesundheitliche Schäden durch zu viel Sonne zu vermeiden, sollte das Lebens- und Arbeitsumfeld der Menschen so gestaltet werden, dass alle, die sich im Freien aufhielten, starker UV-Strahlung und – soweit das mit UV-minimierenden Maßnahmen möglich ist – auch hoher Hitzebelastung ausweichen könnten. Möglich sei zum Beispiel, verstärkt schattenspendende Plätze einzurichten und Tagesabläufe und Arbeitsprozesse an die aktuelle UV-Belastung anzupassen, heißt es in dem Papier. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

13. Dezember 2018
Berlin – Es gibt keinen Beleg dafür, dass die Strahlung von Mobiltelefonen, WLAN-Geräten, Bluetooth-Schnittstellen oder auch von Babyüberwachungsgeräten für den Menschen gesundheitliche Risiken haben.
Bundesregierung hält Mobilfunkstrahlung für gesundheitlich unbedenklich
7. Dezember 2018
Chicago – US-Forscher haben ein miniaturisiertes Messgerät für UV-Licht entwickelt, das an der Kleidung, aber auch am Finger oder als Ohrring getragen werden kann und ohne eine Batterie die
Hautkrebs: Tragbarer Hautsensor gibt UV-Alarm über Smartphone
29. November 2018
Erfurt – Barmer, AOK Plus und das Thüringer Ge­sund­heits­mi­nis­terium wollen die Prävention und die betriebliche Gesund­heits­förder­ung besonders in kleinen und mittleren Unternehmen verbessern. Eine
Betriebliche Gesundheitsförderung soll in Thüringen ausgebaut werden
26. November 2018
Helsinki – Das Screening mit einem Guajak-basierten Stuhlbluttest hat in Finnland zur häufigeren Diagnose von Darmkrebserkrankungen im linken Kolon geführt. Der Vorteil war laut einer randomisierten
Darmkrebs-Screening: Stuhltest senkt Sterberate nur bei Männern mit linksseitigem Darmkrebs
23. November 2018
Mainz – Einen neuen Mechanismus, mittels dessen sich Hautkrebszellen dem Angriff des Immunsystems entziehen können, haben Mainzer Wissenschaftler um Toszka Bohn, Steffen Rapp und Tobias Bopp entdeckt.
Wie Hautkrebszellen dem Immunsystem entkommen
23. November 2018
Seoul – Nach Krebserkrankungen und Todesfällen unter hunderten Arbeitern in seinen Chip- und Display-Fabriken hat sich der Technologieriese Samsung heute offiziell entschuldigt. Firmenpräsident Kim Ki
Samsung entschuldigt sich für Todes- und Krankheitsfälle
21. November 2018
Berlin – Auf die große Bedeutung der Prävention von Lebererkrankungen hat die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hingewiesen. „Viele Leberkrankheiten sind im Frühstadium gut behandelbar. Wer seine Leberwerte
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER