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Medizin

Bereits eine Zigarette am Tag erhöht Risiko auf Herzinfarkt und Schlaganfall

Freitag, 26. Januar 2018

/Photographee.eu, stockadobecom

London – Für die Schädlichkeit des Tabakrauchens gibt es offenbar keinen Schwellen­wert. Nach den Ergebnissen einer Metaanalyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2018; 360: j5855) erhöht bereits eine einzige Zigarette am Tag das Risiko auf Herzinfarkt und Schlaganfall, und zwar in einem zur Dosis überproportionalen Maß.

Obwohl die Gefahren des Tabakrauchens lange bekannt sind, soll es weltweit 900 Millionen Raucher geben. In den westlichen Ländern, in denen die Zigaretten­schachteln in zunehmend drastischer Weise auf die Risiken hinweisen, ist es derzeit in Mode, den Konsum auf wenige Zigaretten am Tag zu beschränken. Die Hoffnung, dabei den Risiken zu entgehen, wird sich laut Allan Hackshaw vom University College London jedoch nicht erfüllen.

Hackshaw und Mitarbeiter haben die Daten von 141 prospektiven Kohortenstudien aus 21 Ländern und Regionen ausgewertet, die den Einfluss des Rauchens auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht haben und dabei verschieden starke Raucher miteinander verglichen.

Die Forscher fanden heraus, dass Männer, die 20 Zigaretten am Tag rauchen, etwa doppelt so häufig wie Nichtraucher eine koronare Herzkrankheit entwickeln (relatives Risiko 2,04). Männer, die nur eine Zigarette am Tag rauchen, haben keinesfalls nur 5 Prozent, sondern 46 Prozent dieses Risikos. Bei Frauen entfallen 31 Prozent des Risikos auf die erste tägliche Zigarette.

Rauchen erhöht auch das Risiko auf einen Schlaganfall. Bei 20 Zigaretten am Tag ist das Risiko für Männer um 25 Prozent und für Frauen um 30 Prozent erhöht. Auch hier ist der Einfluss der ersten täglichen Zigarette am größten. Hackshaw gibt den Anteil für Männer mit 41 Prozent und für Frauen mit 34 Prozent an.

Die Erkenntnis, dass beim Tabakrauch eine geringe Exposition das Risiko überpro­portional steigert, ist eigentlich nicht neu. Die epidemiologischen Studien zum Passivrauchen haben gezeigt, dass bereits geringe Mengen Tabakrauch ausreichen, um dem Organismus Schaden zuzufügen. Die Ursache ist nicht klar. Die Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden heute auf eine Schädigung der Endothelien, Störungen der Zellfunktion und auf eine Förderung der Atherosklerose zurückgeführt. Laut Hackshaw wurden in experimentellen Studien bereits nach dem Rauchen einer einzigen Zigarette schädliche Effekte auf die Funktion der Blutgefäße nachgewiesen.

Das Krebsrisiko, das in der Bevölkerung in erster Linie mit dem Rauchen assoziiert wird, war nicht Gegenstand der Studie. Die Konsequenzen für das Herz-Kreislauf-System sind im öffentlichen Bewusstsein kaum verankert. Hackshaw schätzt jedoch, dass Rauchen (in allen Dosierungen) für 15 bis 20 Prozent aller Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich sein könnte. © rme/aerzteblatt.de

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