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Medizin

Mehr Notarzteinsätze in sozial benachteiligten Stadtteilen

Freitag, 26. Januar 2018

/Rainer Fuhrmann, stockadobecom

Köln – Notärzte im Rettungsdienst sind häufiger in ärmeren Stadtgebieten unterwegs.  Zu diesem Ergebnis kommt die Arbeitsgruppe um Christoph Hanefeld vom St.-Elisa­beth-Hospital, Bochum, im Deutschen Ärzteblatt (Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 41­–8).

In ihrer retrospektiven Studie haben die Forscher alle Notarzteinsätze der Stadt Bochum sowie die notärztlichen Diagnosen aus den Jahrgängen 2014 und 2015 erfasst und konnten damit die Daten von 12.168 Einsätzen analysieren. Als Indikator für die sozioökonomische Situation eines Ortsteils zogen sie die Arbeitslosenquote heran.

Einsätze geordnet

Die Einsätze ordneten sie nach notärztlichen Diagnosen. Diese werteten sie zum einen für die 3 am häufigsten vorkommenden Gruppen – kardiovaskuläre, neurologische und pulmonale Erkrankungen – aus. Zum anderen betrachteten sie die Einzeldiagnosen Herzinfarkt, Schlaganfall und Asthma/chronisch obstruktive Lungenerkrankung näher.

Es zeigte sich, dass die Gesamtrate der Notarzteinsätze mit steigender Arbeitslosen­quote in einem Stadtteil statistisch signifikant zunimmt. Die differenzierte Analyse der häufigsten Erkrankungsgruppen sowie der häufigsten Einzeldiagnosen ergab dasselbe Bild.

Der Anteil der Bevölkerung, der in einer sozial benachteiligten Lage lebt, hat im Verlauf der vergangenen 20 Jahre deutlich zugenommen. Menschen mit einem niedrigen sozioöko­no­mischen Status haben ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende und chronische Erkrankungen und, wie die vorliegende Studie darlegt, für kardiovaskuläre, neuro­logische und pulmonale Krisen. Diese gesamtgesellschaftliche Problematik, so die Autoren, sollte bei der Organisation der Rettungsdienste berücksichtigt werden. © Se/aerzteblatt.de

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