NewsÄrzteschaftÄrztekammern in Nordrhein-Westfalen wollen Transplantations­beauftragte entlasten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärztekammern in Nordrhein-Westfalen wollen Transplantations­beauftragte entlasten

Freitag, 26. Januar 2018

/dpa

Münster/Düsseldorf – Die Transplantations­beauftragten in Krankenhäusern sollten von Routinearbeiten freigestellt und dies im Landeskrankenhausgesetz von Nordrhein-Westfalen (NRW) verbindlich festgeschrieben werden. Dafür haben sich die Ärztekammern Westfalen-Lippe (ÄKWL) und Nordrhein (ÄKNO) angesichts der stark rückläufigen Zahl der Organspenden ausgesprochen.

„Die Transplantationsbeauftragten in den Kliniken werden vielfach in der Durchführung ihrer speziellen Arbeit eingeschränkt“, unterstrich ÄKWL-Präsident Theodor Windhorst im Rahmen eines Erfahrungsaustausches der Ärztekammern und des Landesgesund­heitsministeriums mit den Transplantationsbeauftragten in NRW in Münster. Ihr Engagement werde durch hohes Arbeitsaufkommen und Zeitmangel behindert.

Für die „bayerische Lösung“

Gemeinsam plädierten die Kammerpräsidenten Windhorst (ÄKWL) und Rudolf Henke (ÄKNO) für die „bayerische Lösung“, bei der die Beauftragten seit vergangenem Jahr freigestellt werden. „Ich trete für die „bayerische Lösung“ ein, da sie den komplexen Aufgaben der Transplantationsbeauftragten im Organspendeprozess besser Rechnung trägt“, erklärte Henke.

Anzeige

Diese umfassten unter anderem die Kontrolle der Zusammenarbeit zwischen Entnahmekrankenhäusern, Transplantationszentren und der DSO, Dokumentationsaufgaben, sowie die wichtige Begleitung von Angehörigen. „Damit die Transplantationsbeauftragten diese Aufgaben umfänglich erledigen können, braucht es verbindliche Regelungen zu deren Freistellung und Honorierung“, so Henke.

Um die Situation der Organspende in NRW zu verbessern, sei zudem eine Vielzahl weiterer Maßnahmen notwendig. So müssten etwa Krankenhäuser personell und finanziell in die Lage versetzt werden, diese Aufgabe zu erfüllen, Mitarbeiter und Bevölkerung für das Thema sensibilisiert werden.

Die Situation der Organspende in NRW ist so dramatisch wie schon lange nicht mehr. Im vergangenen Jahr hat es landesweit nur noch 146 Organ­entnahmen gegeben, 2012 waren es noch 231 Organspender. © hil/sb/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

14. August 2018
Mainz/Berlin – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) macht die Krankenhäuser in Deutschland mitverantwortlich für die geringe Zahl von Organspenden. Das geht aus einem Bericht des ARD-Magazins
Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium macht Kliniken für Rückgang der Organspenden mitverantwortlich
7. August 2018
Philadelphia – Spendernieren von Patienten mit Hepatitis C funktionieren genauso gut wie Transplantate von gesunden Spendern. Das belegt eine Studie in Annals of Internal Medicine, in der 20
Spendernieren von Hepatitis-C-Patienten erfolgreich transplantiert
3. August 2018
Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern ist ein Streit um die Erweiterung eines bestehenden Selektivvertrags entbrannt. Ziel ist ein altersunabhängiges und halbjähriges Hautkrebsscreening für Patienten
Streit um Hautkrebsscreening für Organtransplantierte
3. August 2018
Galveston/Texas – US-Forscher haben Schweinen erfolgreich eine Lunge transplantiert, die zuvor in einem Bioreaktor mit den Zellen des Empfängers besiedelt wurden. Die in Science Translational Medicine
Schweinelungen aus Bioreaktor erfolgreich transplantiert
16. Juli 2018
Düsseldorf – Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) hat Systemkorrekturen bei der Organspende gefordert, um die Spenderzahlen zu steigern. Der Fachgesellschaft zufolge hat Deutschland in der
Organspende: Urologen fordern Gesetzesänderung
10. Juli 2018
Frankfurt am Main – Nach starken Rückgängen bei den Organspenden in Deutschland in den vergangenen Jahren sieht die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) einen ersten Lichtblick. In den ersten
Stiftung Organtransplantation sieht Lichtblick bei Spenden
9. Juli 2018
Paris – Die renommierte medizinische Fachzeitschrift Lancet hat zwei Artikel des in Ungnade gefallenen italienischen Chirurgen Paolo Macchiarini zurückgezogen. Das Magazin verwies zur Begründung auf

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER