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Ärzteschaft

Ärztekammern in Nordrhein-Westfalen wollen Transplantations­beauftragte entlasten

Freitag, 26. Januar 2018

/dpa

Münster/Düsseldorf – Die Transplantations­beauftragten in Krankenhäusern sollten von Routinearbeiten freigestellt und dies im Landeskrankenhausgesetz von Nordrhein-Westfalen (NRW) verbindlich festgeschrieben werden. Dafür haben sich die Ärztekammern Westfalen-Lippe (ÄKWL) und Nordrhein (ÄKNO) angesichts der stark rückläufigen Zahl der Organspenden ausgesprochen.

„Die Transplantationsbeauftragten in den Kliniken werden vielfach in der Durchführung ihrer speziellen Arbeit eingeschränkt“, unterstrich ÄKWL-Präsident Theodor Windhorst im Rahmen eines Erfahrungsaustausches der Ärztekammern und des Landesgesund­heitsministeriums mit den Transplantationsbeauftragten in NRW in Münster. Ihr Engagement werde durch hohes Arbeitsaufkommen und Zeitmangel behindert.

Für die „bayerische Lösung“

Gemeinsam plädierten die Kammerpräsidenten Windhorst (ÄKWL) und Rudolf Henke (ÄKNO) für die „bayerische Lösung“, bei der die Beauftragten seit vergangenem Jahr freigestellt werden. „Ich trete für die „bayerische Lösung“ ein, da sie den komplexen Aufgaben der Transplantationsbeauftragten im Organspendeprozess besser Rechnung trägt“, erklärte Henke.

Diese umfassten unter anderem die Kontrolle der Zusammenarbeit zwischen Entnahmekrankenhäusern, Transplantationszentren und der DSO, Dokumentationsaufgaben, sowie die wichtige Begleitung von Angehörigen. „Damit die Transplantationsbeauftragten diese Aufgaben umfänglich erledigen können, braucht es verbindliche Regelungen zu deren Freistellung und Honorierung“, so Henke.

Um die Situation der Organspende in NRW zu verbessern, sei zudem eine Vielzahl weiterer Maßnahmen notwendig. So müssten etwa Krankenhäuser personell und finanziell in die Lage versetzt werden, diese Aufgabe zu erfüllen, Mitarbeiter und Bevölkerung für das Thema sensibilisiert werden.

Die Situation der Organspende in NRW ist so dramatisch wie schon lange nicht mehr. Im vergangenen Jahr hat es landesweit nur noch 146 Organ­entnahmen gegeben, 2012 waren es noch 231 Organspender. © hil/sb/aerzteblatt.de

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