NewsPolitikBaden-Württemberg erinnert an Nazi-Verbrechen in Psychiatrie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Baden-Württemberg erinnert an Nazi-Verbrechen in Psychiatrie

Dienstag, 30. Januar 2018

Weinsberg – Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus hat das Land Baden-Württemberg bei einer zentralen Gedenkfeier der Zentren für Psychiatrie an die Massenmorde an Patienten erinnert. Sozialminister Manne Lucha (Grüne) weihte dazu im Zentrum für Psychiatrie Weinsberg (Kreis Heilbronn) eine Gedenktafel ein, wie sein Ministerium mitteilte.

Zur Zeit des Nationalsozialismus waren von dort 908 Menschen in die Tötungsanstalt Grafeneck (Kreis Reutlingen) deportiert worden. Die heutige Gedenkstätte Grafeneck erinnert daran, dass dort 1940 mehr als 10.000 psychisch kranke und geistig behinderte Menschen mit Gas getötet wurden.

„Staatliche Behörden machten dabei mit und viele Heil- und Pflegeanstalten auch. Die Täter waren Polizisten, Verwaltungskräfte, Krankenpfleger und Ärzte“, sagte Lucha einer Mitteilung des Ministeriums zufolge. Es mache bis heute fassungslos, wie einfache Menschen zu Massenmördern wurden. Das Gedenken helfe dabei, den Opfern Würde zu geben. „Wir dürfen nicht vergessen, was damals passiert ist“, mahnte Lucha.

Der 27. Januar ist Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, weil an dem Tag sowjetische Soldaten 1945 das Konzentrationslager Auschwitz befreit hatten. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

5. Juni 2018
Hannover – Niedersachsen hat in der Nachkriegszeit mehreren an Nazigräueln beteiligten Ärzten eine Karriere in der landeseigenen Psychiatrie ermöglicht. Dies ist das Ergebnis einer 2016 in Auftrag
Niedersachsen ermöglichte NS-Psychiatern nach 1945 weitere Karriere
17. Mai 2018
Berlin – Die Charité - Universitätsmedizin Berlin hat gestern den „Erinnerungsweg Remember“ auf dem Campus Mitte vorgestellt und eröffnet. Mit dem Kunstprojekt knüpft sie an ihre bereits bestehende
Kunstprojekt „Erinnerungsweg“ an authentischen Orten
23. April 2018
Palo Alto/Wien – Der österreichische Mediziner Hans Asperger, der 1944 das Krankheitsbild eines „autistischen Psychopathen“ beschrieb, das seit den 1980er-Jahren zunächst im angelsächsischen Raum nach
Historiker sehen Nähe von Hans Asperger zu Euthanasie-Programm der NS-Zeit
9. Februar 2018
Berlin – Einen Gedenkstein zur Erinnerung an das Schicksal jüdischer Ärzte während des Nationalsozialismus haben die Vertreter chirurgischer Fachgesellschaften am Haus der Chirurgie in Berlin
Fachgesellschaften erinnern an das Schicksal jüdischer Chirurgen
2. Februar 2018
Ingolstadt – Das Deutsche Medizinhistorische Museum (DMM) in Ingolstadt präsentiert vom 22. Februar bis 9. September die Ausstellung „Radiologie im Nationalsozialismus“. Laut Ankündigung zeichnet die
Medizinhistorisches Museum in Ingolstadt zeigt Schau zu Radiologie in der Nazizeit
1. Februar 2018
Berlin – Abgeordnete des Deutschen Bundestages haben gestern gemeinsam mit Betroffenen und Verbänden der Opfer der „Euthanasie’-Morde an der Gedenkstätte in Berlin gedacht. „Vor mehr als 70 Jahren
Opfer der „Euthanasie“-Morde nicht vergessen
19. Januar 2018
Stuttgart – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer (LÄK) Baden-Württemberg hat der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Vertreter der Kammer haben gestern in der Gedenkstätte der ehemaligen Tötungsanstalt Grafeneck

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER