Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Bundespsychotherapeuten­kammer fordert zügige Reform der Bedarfsplanung

Montag, 29. Januar 2018

Berlin ­– Die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) fordert die künftige Bundes­regierung auf, die Versorgung psychisch kranker Menschen auf dem Land zu verbessern. Damit sie dort die gleichen Chancen auf eine Behandlung haben wie in der Stadt, seien bis zu 4.000 neue Niederlassungen notwendig, heißt es in einer Mitteilung der BPtK.

Nach Vorstellung der Kammer sollte die neue Bundesregierung deshalb den Gemein­samen Bundes­aus­schuss (G-BA) mit einer Reform der psychotherapeutischen Bedarfs­planung beauftragen und noch im aktuellen Jahr die Verhältniszahlen für die Arzt­gruppe der Psychotherapeuten auf dem Land und in der Stadt einheitlicher gestalten.

Beträchtliche Unterschiede zwischen Stadt und Land

Während sich in Städten 36,1 Psychotherapeuten je 100.000 Einwohner niederlassen dürfen, sind es in ländlichen Regionen im ungünstigsten Fall nur 12,8 Psychothera­peuten je 100.000 Einwohner. „Die beträchtlichen Unterschiede zwischen Stadt und Land sind nicht zu begründen“, sagte BPtK-Präsident Dietrich Munz.

Psychische Erkrankungen gebe es auf dem Land nur unwesentlich seltener als in der Stadt. Epidemiologische Daten zeigten, dass in Großstädten 30 Prozent der Menschen jedes Jahr psychisch krank werden, auf dem Land seien es 27 Prozent, erklärte er.

Der Gesetzgeber müsse diesmal dafür sorgen, dass der G-BA sich an Aufträge und Fristen hält, fordert die BPtK weiter. „Denn den gesetzlichen Auftrag, bis Ende 2016 insbesondere die ambulante psychotherapeutische Versorgung zu verbessern, hat der G-BA bis heute nicht umgesetzt“, so Munz.

Verantwortlich dafür sind nach Ansicht der Bundes­psycho­therapeuten­kammer die beiden großen Akteure im G-BA. Der GKV-Spitzenverband spreche in Verkennung der Realität von „Überversorgung“. Für die Kassenärztliche Bundesvereinigung spielten honorarpolitische Überlegungen eine zentrale Rolle.

Obwohl Psychotherapeuten in großen Teilen extrabudgetär vergütet würden, bestehe für die Kassenärztlichen Vereinigungen die Gefahr, dass sie für niedergelassene Ärzte geringere Einkommens­zuwächse verhandeln könnten, wenn sie psychotherapeutische Praxen zulassen, glaubt BPtK-Präsident Munz. „Der Gesetzgeber darf dieses eigen­nützige Aufschieben seiner Aufträge nicht mehr hinnehmen“, fordert er. © EB/pb/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

20.02.18
Versorgung von Soldaten mit einsatzbedingten psychischen Erkrankungen gefährdet
Berlin – Die Zahl der einsatzbedingten psychischen Erkrankungen bei Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Gleiches gilt auch für die Zahl der......
16.02.18
Vier neue Zentren bieten traumatisierten Flüchtlingen Hilfe in Hessen
Darmstadt/Wiesbaden – Fast jeder zweite Flüchtling ist nach Schätzungen von Fachleuten als „psychisch krank“ einzustufen. Um traumatisierten Geflüchteten beim Einleben in Hessen zu helfen, unterstützt......
12.02.18
Niedersachsen und Bremen wollen Korrektur der Bedarfsplanung
Hannover/Bremen – Steigende Geburtenraten haben den Bedarf an Kinderärzten erhöht. Die Wartezimmer seien überfüllt, der Unmut der Eltern wachsen, und Kinder- und Jugendärzte arbeiteten am Limit, sagte......
06.02.18
Berlin bekommt zehn neue Arztsitze für Pädiater
Berlin – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin und die Krankenkassen in der Hauptstadt wollen die ambulante Notfallversorgung sowie die Versorgung mit Kinder- und Jugendärzten stärken. Das......
01.02.18
Schiedsstelle muss über Vergütung sozial­psychiatrischer Leistungen entscheiden
Berlin – Bei der Auseinandersetzung um die Vergütung einer teamübergreifenden Behandlung von Kindern und Jugendlichen durch Ärzte, Heilpädagogen, Psychologen sowie Sozialarbeiter hat die......
30.01.18
Wissenschaftsrat empfiehlt Öffnung der Psychologie für Psychotherapie­ausbildung
Berlin – Der Wissenschaftsrat empfiehlt den Hochschulen beziehungsweise der Bundesregierung die Studiengänge der Psychologie künftig für die Psychotherapieausbildung zu öffnen. Das Fach müsse sich......
23.01.18
Bayern führt 24-Stunden-Krisen­dienst für psychisch Kranke ein
München – Für Menschen in psychischen Not- und Ausnahmesituationen soll es künftig überall in Bayern einen Krisendienst geben – und zwar rund um die Uhr. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, den das......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige