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Politik

Wissenschaftsrat empfiehlt Öffnung der Psychologie für Psychotherapie­ausbildung

Dienstag, 30. Januar 2018

/Vadim Guzhva, stock.adobe.com

Berlin – Der Wissenschaftsrat empfiehlt den Hochschulen beziehungsweise der Bundesregierung die Studiengänge der Psychologie künftig für die Psychotherapie­ausbildung zu öffnen. Das Fach müsse sich mehr gegenüber gesellschaftlichen Anliegen öffnen, heißt es in einer Pressemitteilung, die der Rat gestern anlässlich der Veröffentlichung seiner Empfehlungen herausgegeben hat.

„Mit unseren Empfehlungen wollen wir auch dazu beitragen, dass die psychothera­peu­tische Versorgung verbessert werden kann“, erklärte Martina Brockmeier, Vorsitzende des Wissenschaftsrates. Die aktuellen Bestrebungen, die Psychotherapieausbildung künftig als zur Approbation führendes Studium mit sich anschließender fachkundlicher Weiterbildung zu gestalten, schätzt der Rat als „positiv“ ein. Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung.

Stärkere wissenschaftliche Fundierung der Psychotherapie

Von der engeren Verzahnung von Lehre und Praxis mit der Forschung erwartet der Wissenschaftsrat eine „stärkere wissenschaftliche Fundierung der Psychotherapie und damit letztlich einen Qualitätssprung“. Der Rat schlägt als Standardmodell für die Psychotherapieausbildung vor, diese während des Bachelorstudiums in ein allgemeines Psychologiestudium zu integrieren und in einem Masterstudium „Klinische Psychologie und Psychotherapie“ fortzuführen. Das Studium sollte „altersgruppenbreit und verfahrensübergreifend“ angelegt sein.

Oberste Priorität sollte nach Ansicht des Wissenschaftsrates die hinreichende Vermittlung sowohl wissenschaftlicher als auch praktischer Kompetenzen haben. Denn die vorgesehene Erteilung der Approbation am Ende des Studiums „birgt eine beson­dere Verantwortung hinsichtlich der Patientenversorgung“.

Neben dem Standardmodell sollte es aber möglich sein, auch alternative Studien­modelle, beispielsweise in Kooperation mit der Medizin, zu erproben und zu evaluieren, empfiehlt der Rat. Zur Qualitätssicherung werden Grundvoraussetzungen für Hochschulen benannt, die eine Psychotherapieausbildung anbieten wollen.

Dazu gehöre unter anderem „einschlägige aktive Forschung im Bereich der Psychotherapie und ihrer psychologischen Grundlagen“. Außerdem bedürfe es einer eigenen Hochschulambulanz für Psychotherapie und Psychodiagnostik oder eines anderen qualitätsgesicherten Zugangs zur Patientenversorgung, um die praktischen Ausbildungsanteile zu gewährleisten.  Möglich sei hier auch die strukturierte Zusammenarbeit mit der Ambulanz einer nahegelegenen Hochschule, so der Wissenschaftsrat. © PB/aerzteblatt.de

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