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Medizin

Blutdrucksenkung durch Sport vorhersagen

Mittwoch, 31. Januar 2018

/ Alexander Raths, adobe.stock.com

Saarbrücken – Tritt nach einer kurzzeitigen Belastung auf dem Laufband ein akut niedriger Blutdruck auf, stehen die Chancen gut, dass der Blutdruck auch dauerhaft beim Ausdauertraining sinkt. Diesen Indikator könnten Ärzte nutzen, um das Potenzial von Sport anstelle von Tabletten einzuschätzen, heißt es in einer Studie, die im Clinical Journal of sport medicine erschienen ist (2017; doi: 10.1097/JSM.0000000000000475).

Statt einer Behandlung mit Medikamenten kann auch mäßiger Ausdauersport blutdrucksenkend wirken. Lauftraining wirkt aber nicht bei allen Patienten mit Bluthochdurck. Bei wem Sport dauerhaft den Blutdruck senkt, konnten Ärzte bisher nicht verlässlich voraussagen.

Erstautorin Melissa Wegmann, Doktorandin am Institut für Sport- und Präventivmedizin von Tim Meyer, hat in ihrer Doktorarbeit nach einer Möglichkeit gesucht, die Wirk­samkeit von Sport als blutdrucksenkendes „Medikament Bewegung“ vorherzu­sagen. Aufbauend auf einer vorhergehenden Studie von Anne Hecksteden hat die angehende Ärztin 127 Probanden (79 Frauen und 48 Männer, untrainiert, gesund, zwischen 30 und 60 Jahren) in 4 Trainingsgruppen unterteilt, die ein halbes Jahr lang 3-mal wöchentlich Sport machten.

Eine Gruppe hat ein Ausdauer-Lauftraining absolviert, die 2. Gruppe ein Intervall­training aus schnellem Laufen und Ruhepausen, die 3. Gruppe ein kombiniertes Kraft-Ausdauer-Training. Die 4. Gruppe hat sich über das halbe Jahr, in dem die Daten erho­ben wurden, als Kontrollgruppe nicht sportlich betätigt. Außerdem hat Wegmann zu Beginn der Trainingsphase und nach Abschluss der Trainingsphase ein halbes Jahr später mit den Probanden ein Belastungs-EKG durchgeführt und hierbei den Blutdruck vor der Belastung und 7 Minuten nach der Belastung gemessen.

Der Laufband-Test ist damit ein Indikator dafür, ob ein Patient mit Ausdauer-Lauftraining seinen Blutdruck dauerhaft senken kann. Melissa Wegmann, Doktorandin am Institut für Sport- und Präventivmedizin, Universität des Saarlandes

„Es gibt einen eindeutigen Zusammenhang: Diejenigen Probanden, die den Blutdruck nach einer der akuten Belastung auf dem Laufband senken konnten, konnten ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit auch chronisch nach einem halben Jahr Ausdauer-Lauf­training senken“, erklärt Wegmann. Für die Probanden der anderen Trainingsgruppe und der Kontrollgruppe gilt dieser Zusammenhang nicht.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass jene Teilnehmer, die nach der Kurzzeitbelastung auf dem Laufband einen niedrigeren Blutdruck aufweisen konnten, mit hoher Wahrscheinlichkeit ihren Blutdruck auch dauerhaft durch mäßiges Ausdauer-Lauftraining senken können. „Der Laufband-Test ist damit ein Indikator dafür, ob ein Patient mit Ausdauer-Lauftraining seinen Blutdruck dauerhaft senken kann“, schlussfolgert Wegmann.

Für Ärzte könnte dieses Belastungs-EKG eine einfache Methode sein, um für Blutdruck­patienten vorherzusagen, ob bereits ein leichtes Ausdauertraining Wirkung zeigen könnte, bevor der Patient zu blutdrucksenkenden Medikamenten greifen muss. Ebenso könnten die Krankenkassen auf diese Weise Kosten für die Medikamente sparen.

Die Erstautorin Melissa Wegmann wurde für die Erkenntnisse ihrer Doktorarbeit mit dem Friedrich-Trendelenburg-Preis der Universität des Saarlandes ausgezeichnet. © gie/EB/aerzteblatt.de

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