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Medizin

Schwangerschaft: Ab 40 Jahren steigt das Risiko für Frühgeburten

Donnerstag, 1. Februar 2018

Ein Frühchen in einem Klinikum in Berlin. /dpa
Ein Frühchen in einem Klinikum in Berlin. /dpa

Montréal – Schwangere Frauen ab 40 Jahren können unabhängig von Störfaktoren ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine retrospektive Kohortenstudie, die Forscher aus Kanada in Plos One veröffentlicht haben (2018; doi: 10.1371/journal.pone.0191002).

Die Forscher um Florent Fuchs vom CHU Sainte Justine in Montréal untersuchten den Einfluss des mütterlichen Alters auf eine Frühgeburt (< 37 Wochen). Dafür analysierten sie Daten aus der Quarisma-Studie, die von 2008 bis 2011 an 32 Krankenhäusern in Quebec, Kanada, gesammelt wurden.

Die Forscher identifizierten 5 verschiedene Alters­gruppen unter den 165.282 Schwangerschaften und verglichen sie hinsichtlich Charakteristika der Mutter, Komplikationen und Risikofaktoren für die Frühgeburtlichkeit. Linear mit dem Alter der Mütter stieg auch das Risiko einer Plazenta praevia und das für Schwangerschaftsdiabetes. Öfter als bei jüngeren Frauen wurden Techniken der assistierten Reproduktion und invasive Eingriffe eingesetzt. Bei jüngeren Müttern unter 30 Jahren kamen die Nulliparität, der frühere Drogenkonsum und das Rauchen hingegen häufiger vor.

Auch nachdem die Ergebnisse für Störfaktoren wie Plazenta praevia, Bluthochdruck und eine medizinische Vorgeschichte bereinigt wurden, blieb das fortgeschrittene Alter der Mutter mit einer Frühgeburt U-förmig assoziiert (siehe Grafik). Am niedrigsten war das Risiko für Frühgeburtlichkeit bei Müttern im Alter von 30 bis 34 Jahren.

Hingegen kamen Forscher aus Deutschland in einer retrospektiven Studie erst letztes Jahr zu dem Schluss, dass für die einzelne Mutter nicht ihr Alter der tatsächliche Grund für erhöhte Geburtsrisiken sei. „Die wahren Ursachen könnten eher die individuellen Lebensumstände und Verhaltensweisen der Eltern sein, die deren höheres Alter mit sich bringt“, sagte Mikko Myrskylä, Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock. 

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Rostock – Das höhere Alter später Mütter ist nicht der wahre Grund für das erhöhte Risiko einer Frühgeburt oder niedrigen Geburtsgewichts. Die Ursachen könnten eher in den persönlichen Lebensumständen und Verhaltensweisen der Mütter liegen. Das zeigt eine retrospektive Studie, die im American Journal of Epidemiology publiziert wurde. Die Forscher um Mikko Myrskylä (...)

© gie/aerzteblatt.de
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