NewsPolitikElektronische Krankschreibung bewährt sich in Pilotprojekt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Elektronische Krankschreibung bewährt sich in Pilotprojekt

Donnerstag, 1. Februar 2018

/dpa

Hamburg – Die Techniker Krankenkasse (TK) erhält immer mehr Krankschreibungen auf elektronischem Weg. Im Januar erreichte die 10.000ste elektronische Meldung die Kasse. Möglich macht dies ein Modellprojekt in Schleswig-Holstein, über das Ärzte seit Oktober 2017 auf Wunsch der TK-Versicherten den gelben Schein per Mausklick direkt an die Kasse schicken.

„Für die Versicherten ist der digitale Weg deutlich komfortabler. Bisher mussten sie ihre Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung per Post verschicken oder einscannen und an­schließend im Internet hochladen. Jetzt landet sie innerhalb von Sekunden­bruch­teilen bei uns“, erklärte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der TK, Thomas Ballast.

Anzeige

360 Ärzte beteiligt

Das Pilotprojekt zur elektronischen Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung (eAU) ist zu­nächst in Schleswig-Holstein angelaufen und wird dort von rund 360 Ärzten genutzt. Da sich die eAU dort innerhalb weniger Monate etablierte, sollen nun weitere Bundes­länder folgen.

Bisher muss ein Arzt die Krankschreibung dreimal ausdrucken. Ein Exemplar leitet der Patient an die Krankenkasse weiter, ein Ausdruck ist für den Arbeitgeber, ein Papier für die eigenen Unterlagen. „Der Erfolg der eAU zeigt, dass sich digitale Produkte im Gesundheitswesen schnell durchsetzen können, wenn sie praktikabel sind und den Alltag der Menschen vereinfachen“, sagte Ballast.

Laut TK waren Erwerbspersonen in Deutschland 2017 seltener, aber im Krankheitsfall länger krankgeschrieben. Das geht aus Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2018 hervor, für den die TK 5,8 Millionen Krankschreibungen der fünf Millionen bei ihr versicherten Erwerbspersonen ausgewertet hat.

Danach verzeichnet die Kasse für das Jahr 2017 einen Krankenstand von 4,13 Prozent. Das entspricht einem Rückgang krankheitsbedingter Fehlzeiten von 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit waren die fünf Millionen bei der TK versicherten Erwerbs­personen im vergangenen Jahr im Schnitt 15,1 Tage krankgeschrieben – 0,16 Tage weniger als 2016.

„Im letzten Jahr haben wir weniger Krankschreibungen bekommen, die durchschnitt­liche Dauer einer Krankschreibung hat sich aber von 12,6 auf 13 Tage verlängert“, sagte Albrecht Wehner, bei der TK verantwortlich für die Gesundheitsberichterstattung. Bemerkenswert ist laut der TK, dass der Anteil derer gestiegen ist, die im vergangenen Jahr gar nicht krankgeschrieben waren. Mit 50,9 Prozent hat der größere Teil der Beschäftigten im Jahresverlauf laut der TK keine Krankschreibung abgegeben. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Januar 2019
Berlin – Ermächtigte Ärzte, die mit ihrer Praxis oder Einrichtung bereits an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) angeschlossen sind, bekommen die dadurch entstehenden Kosten vorerst nicht mehr erstattet.
Telematikkosten: Ermächtigte Ärzte haben das Nachsehen
17. Januar 2019
Berlin – 72 Prozent der Dermatologen und Hausärzte in Brandenburg halten telemedizinische Anwendungen in der Dermatologie für geeignet. Das zeigt eine Befragung unter Ärzten, die Teil von zwei
Dermatologen und Hausärzte sehen Vorteile durch Telemedizin
16. Januar 2019
Berlin – Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), das heute im Bundestag in einer öffentlichen Anhörung beraten wurde, beinhaltet auch Aspekte der Digitalisierung im Gesundheitswesen und der
Digitalisierung: Nachbesserungen in Stellungnahmen gewünscht
16. Januar 2019
Weimar – Mit dem Einsatz von Robotern bei der Pflege älterer und kranker Menschen beschäftigt sich ab April ein internationales Forscherteam an der Bauhaus-Universität Weimar. Dabei geht es auch um
Wissenschaftler erforschen Robotereinsatz in der Pflege
16. Januar 2019
Hannover – Die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft stellt die Branche vor große Herausforderungen, vor allem im Bereich der Daten- und der IT-Sicherheit. Um innovationsfähig zu bleiben, müssen
Digitalisierung erfordert Investition in digitale Aus- und Weiterbildung
15. Januar 2019
Berlin – Die Digitalisierung bietet nach Meinung der Bundesregierung in der Pflege ein großes Potenzial, insbesondere um Schnittstellenprobleme zu lösen, Effizienzreserven zu heben und
Digitalisierung in Pflegeeinrichtungen kommt voran
15. Januar 2019
Köln – Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und andere Heilmittelerbringer wollen bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens nicht außen vor bleiben. Der Spitzenverband der
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER