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Ausland

Italien kämpft vor Gericht für Umzug von EU-Arzneimittelbe­hörde nach Mailand

Donnerstag, 1. Februar 2018

Bisheriger Hauptsitz der EMA in London /dpa

Brüssel – Italien geht gerichtlich gegen die Entscheidung vor, die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) nach dem Brexit von London nach Amsterdam zu verlegen. Das gab der Europäische Gerichtshof EuGH gestern bekannt. Zuvor war bekannt geworden, dass das neue EMA-Gebäude in Amsterdam zum Umzugsdatum nicht fertig werden wird. Die niederländische Regierung verteidigte die Wahl Amsterdams.

Die EMA hat aktuell ihren Sitz in London und muss wegen des Brexit im März 2019 aus Großbritannien wegziehen. Das neue Gebäude der Behörde in der niederländischen Stadt, das zwischen 250 und 300 Millionen Euro kosten soll, wird voraussichtlich jedoch erst im November 2019 fertig, wie vorgestern bekannt wurde. Bis dahin soll die Behörde provisorisch in einem halb so großen Gebäude in Amsterdam untergebracht werden.

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Italien will alles tun, um Entscheidung anzufechten

Die italienischen Behörden bekräftigten daraufhin, die EMA sofort in Mailand ansiedeln zu können. Der italienische Regierungschef Paolo Gentiloni sagte am gestern im Fernseh­sender RAI, Rom werde alles tun, um die Entscheidung anzufechten.

In der Endrunde des Entscheidungsverfahrens zur Neuvergabe des EMA-Standortes waren im November 2017 noch Mailand und Amsterdam im Rennen gewesen. Da beide Städte jeweils dieselbe Zahl der Stimmen bekamen, musste das Los entscheiden. Bonn als deutsche Bewerberstadt war schon früh aus dem Rennen ausgeschieden.

Die Wahl Amsterdams als neuer Sitz der EMA durch den EU-Rat sei regelkonform verlaufen, sagte Ole Heil, Sprecher des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums in Den Haag, hingegen. Deshalb sei die Regierung „zuversichtlich“, den Umzug nach Amsterdam vor Gericht verteidigen zu können.

Bei der Vergabe im November 2017 war ein wesentliches Kriterium, dass die Behörde am neuen Standort direkt nach dem Brexit arbeitsfähig sein muss. Die EU-Kommission hatte die Tauglichkeit der Standorte vor der Entscheidung anhand eines Kriterienkatalogs überprüft. Die Behörde wies gestern eine Verantwortung für mögliche Verzögerungen in Amsterdam zurück.

„Die Entscheidung wurde auf Ebene des Rates (der Mitgliedstaaten) getroffen, sagte EU-Verbraucherkommissar Vytenis Andriukaitis nach der wöchentlichen Sitzung der Behörde. Er räumte aber ein, dass die Kommission für die Überwachung der Umsetzung des Beschlusses verantwortlich sei. Brüssel werde den Niederlanden deshalb helfen, „alle ihre Verpflichtungen zu erfüllen“. © afp/aerzteblatt.de

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