Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Luftverschmutzung durch Dieselabgase in Städten gesunken

Donnerstag, 1. Februar 2018

/dpa

Berlin – Die Luftverschmutzung durch Dieselabgase in deutschen Städten ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Der Grenzwert zum Schutz der Gesundheit wurde noch in rund 70 Kommunen statt wie 2016 in 90 Städten überschritten, wie das Umweltbundesamt (UBA) nach ersten Schätzungen mitteilte.

Die höchste Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) gab es trotz eines leichten Rückgangs in München. In der bayerischen Landeshauptstadt wurden im Jahresmittel 78 Mikro­gramm NO2 pro Kubikmeter Luft gemessen – der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm. Es folgten die bisher am stärksten belastete Stadt Stuttgart mit 73 und Köln mit 62 Mikrogramm im Jahresmittel.

Schritt in die richtige Richtung

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger sprach von einer Entwicklung in die richtige Richtung. „Wir sind aber noch längst nicht am Ziel.“ Aus Sicht der Behörde zeigen sich erste Wirkungen kommunaler Maßnahmen, die durch die Dieseldebatte angestoßen wurden – etwa Tempolimits oder Straßenverengungen. Von Bund und Autoindustrie vereinbarte Maßnahmen wie neue Abgassoftware für ältere Diesel und Prämien für den Kauf sauberer Neuwagen reichten nicht aus. Gebraucht würden auch Umbauten an Motoren. „Nur so können wir die Gesundheitsbelastungen schnell und vor allem dauerhaft senken“, betonte Krautzberger.

Den vorläufigen Daten zufolge haben im vergangenen Jahr 37 Städte den Grenzwert sicher überschritten, „wahrscheinlich“ ist es bei weiteren 29 Städten der Fall. Den Grenzwert sicher wieder eingehalten haben demnach zehn Städte, die 2016 noch darüber lagen: Dresden, Koblenz, Leipzig, Bremen, Fulda, Kassel, Norderstedt, Würzburg, Marburg und Potsdam. Weiteren 15 Städten gelang dies wahrscheinlich. Die Angaben sind teils zunächst geschätzt, wenn Messwerte noch nicht vorlagen.

Politik und Autobranche wollen Dieselabgase reduzieren, um drohende Fahrverbote zu vermeiden. Der EU-Kommission reichen die bisherigen Anstrengungen für saubere Luft nicht aus, sie könnte Deutschland beim Europäischen Gerichtshof verklagen. Ende Februar steht zu möglichen Fahrverboten auch eine Verhandlung beim Bundesverwaltungsgericht an.

Die deutschen Autobauer hatten bei einem Dieselgipfel der Bundesregierung im Sommer 2017 unter anderem Softwareupdates bei zusätzlichen 2,8 Millionen Autos zugesagt. Der Bund hat daneben einen Fonds von bis zu einer Milliarde Euro aufgelegt, um Maßnahmen in Kommunen zu fördern. Über mögliche weitere Maßnahmen sprechen Union und SPD auch in ihren Koalitionsverhandlungen. © dpa/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

24. Mai 2018
Berkeley – Das Abschalten von 8 Öl- beziehungsweise Kohlekraftwerken hat in Kalifornien zu einer Steigerung der Fertilität und zu einem Rückgang der Frühgeburten geführt. Dies geht aus 2
Weniger fossile Kraftwerke führen zu mehr und gesünderen Babys
24. Mai 2018
Berlin – Vor Kurzem verklagte die EU-Kommission Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Ungarn und Rumänien in Luxemburg vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) wegen zu hoher
Pro und Contra: Schützen die EU-Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub vor Krankheit und Tod?
22. Mai 2018
Mykolajiw – In der Ukraine sind bereits zum zweiten Mal in einem Monat Dutzende Schulkinder mit Vergiftungsverdacht in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Schüler in der Hafenstadt Mykolajiw hätten
Ukrainische Schulkinder mit Vergiftungsverdacht im Krankenhaus
18. Mai 2018
Berlin – Allergische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch: Laut Robert-Koch-Institut (RKI) wird inzwischen bei 30 Prozent der 18- bis 79-jährigen im Verlauf ihres Lebens mindestens eine allergische
Mehr Allergien durch Luftschadstoffe?
17. Mai 2018
Brüssel – Die EU-Kommission verklagt Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) wegen zu hoher Stickstoffdioxid-Werte in vielen Städten. Deutschland und fünf weitere Länder hätten es
EU-Kommission verklagt Deutschland wegen schlechter Luft
9. Mai 2018
Magdeburg – Bewohner in Orten rund um die Bohrschlammdeponie Brüchau in der Altmark erkranken nicht vermehrt an Krebs. Das habe eine statistische Analyse des Gemeinsamen Krebsregisters in Berlin
Keine erhöhte Krebsrate rund um Bohrschlammdeponie
8. Mai 2018
Berlin – Fast die Hälfte von 1.000 Verbrauchern geht davon aus, dass die Qualität der Lebensmittel in Deutschland abnimmt, nur 16 Prozent gehen von einer Verbesserung aus. Zu diesem Ergebnis kommt der

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige