NewsPolitikSachverständigenrat entwickelt Konzept zur Notfallversorgung weiter
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Sachverständigenrat entwickelt Konzept zur Notfallversorgung weiter

Donnerstag, 1. Februar 2018

/dpa

Berlin – Der Sachverständigenrat (SVR) zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat sein Konzept zur Reform der Notfallversorgung in Deutschland weiterentwickelt. Es soll im Sommer dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) vorgelegt werden. Das hat Gesundheitsökonom und SVR-Mitglied Jonas Schreyögg gestern bei einer Veranstaltung des GKV-Spitzenverbands in Berlin bekräftigt.

Der Sachverständigenrat präferiere nach wie vor eine auch räumlich integrierte Notfallversorgung in eigens dafür eingerichteten Notfallzentren an ausgewählten Krankenhäusern, sagte Schreyögg. Diese Integrierten Notfallzentren (INZ) sollten gemeinsam vom Krankenhaus und der Kassenärztlichen Vereinigung getragen und über einen separaten Finanztopf für die sektorenübergreifende Notfallversorgung finanziert werden.

Zentrale Leitstelle ist der Schlüssel

Schlüssel für die Steuerung der Patienten soll nach dem Willen des SVR eine zentrale Leitstelle sein. Separate Telefonnummern für den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst und den Rettungsdienst gäbe es dann nicht mehr. In den Leitstellen soll erfahrenes medizinisches Personal die Patienten an die für ihre Beschwerden richtige Stelle lotsen. „Ziel ist, dass möglichst wenige Patienten die INZ aufsuchen, und wenn sie kommen, dann mit Termin“, sagte Schreyögg. Über die INZ-Standorte sollen dem SVR zufolge die Länder entscheiden.

Anzeige

„Die Notfallversorgung wird eines der großen Themen der neuen Regierung sein“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg. Er betonte, dass auch die Kassen in der Notfallversorgung das Modell des gemeinsamen Tresens befürworten, an dem die Triage der Patienten vorgenommen wird.

Von Stackelberg kündigte zudem an, dass der Gemeinsame Bundes­aus­schuss die Arbeiten am Notfallstufenkonzept für die Krankenhäuser in Kürze abschießen wird. Es soll erstmals Mindeststandards für die Teilnahme von Krankenhäusern an der Notfallversorgung festlegen. „Krankenhäuser ohne Intensivstation sollten nicht am Notdienst teilnehmen“, betonte von Stackelberg. © HK/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

16. Juli 2018
Berlin – Um überflüssige Besuche in der Notaufnahme von Krankenhäusern zu verhindern, will der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, notfalls eine Gebühr von den
Notaufnahme: Gassen spricht sich für Gebühr aus
11. Juli 2018
Hannover – Um überflüssige Besuche in der Notaufnahme von Krankenhäusern zu verhindern, hat die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen erneut die Einführung einer Gebühr vorgeschlagen. „Ich kann
KV Niedersachsen schlägt erneut Gebühr für Notaufnahme vor
3. Juli 2018
Hannover – Eine neue Bereitschaftsdienstpraxis hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Niedersachen im KRH Klinikum Großburgwedel eingerichtet. „Die Versorgung der Patienten wird so optimiert und
KV Niedersachsen startet neue Bereitschaftsdienstpraxis in Großburgwedel
2. Juli 2018
Berlin – Eine gezieltere Steuerung sowohl des medizinischen Leistungsangebots als auch der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen empfiehlt der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung
Sachverständigenrat: Angebot und Nachfrage im Gesundheitswesen gezielter steuern
2. Juli 2018
Berlin – Die Empfehlungen zur Reform der Notfallversorgung, die der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen heute in Berlin vorgelegt hat, haben ein überwiegend
Notfallversorgung: Zuspruch für Empfehlungen des Sachverständigenrats
2. Juli 2018
Weimar – In Thüringen sind ab sofort alle medizinischen Bereitschaftsdienste unter der kostenlosen Telefonnummer 116117 erreichbar. Damit sei das Bundesland Vorreiter in der Bundesrepublik, teilte die
Alle medizinischen Bereitschaftsdienste in Thüringen unter 116117 erreichbar
28. Juni 2018
München – Bei einer Anhörung im bayerischen Landtag haben Ärzte und Vertreter des Rettungsdienstes gestern eine Überlastung beklagt. So sei die Zahl der Einsätze von Notärzten in den vergangenen zehn

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER