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Würzburg bekommt medizinisches Spezialzentrum für Schwerbehinderte

Donnerstag, 1. Februar 2018

/dpa

Würzburg – Ein medizinisches Behandlungszentrum für erwachsene Menschen mit Behinderung (MZEB) hat gestern in Würzburg seinen Dienst aufgenommen. Es ist das erste in Nordbayern und nach München das zweite im Freistaat. Träger ist die bayern­weit aktive Blindeninstitutsstiftung. Die Behandlungen zahlen die Krankenkassen.

Hintergrund ist, dass Menschen mit Mehrfachbehinderung nicht oder nur schlecht ausdrücken, wo sie warum Probleme haben. Die ambulanten Spezialzentren zur Behandlung erwachsener Menschen mit komplexen Behinderungen wollen dem mit multiprofessionellen Teams aus Ärzten, Therapeuten und Pädagogen begegnen.

„Ein solches spezielles Angebot ist erforderlich, um den Gesundheitszustand dieser besonderen Patienten zu erhalten oder zu verbessern, eine Fehlversorgung zu vermeiden und vermeidbaren Folgekrankheiten, chronischen Verläufen oder Komplikationen vorzubeugen“, sagte MZEB-Leiterin Anja Klafke. In dem Zentrum arbeitet ein 15-köpfiges Team, das unter anderem auf Neurologie, Innere Medizin, Augenheilkunde, Psychologie, Logopädie, Ergotherapie und Heilpädagogik spezialisiert ist.

Die Ärzte tragen keine weißen Kittel, das Zentrum ist eher wohnlich eingerichtet, die Patientenuntersuchungen werden über den gesamten Tag verteilt, es ist Zeit für Auszeiten – die Patienten sollen sich in einer barriere- und angstfreien Umgebung wohlfühlen. Das Zentrum erhöhe die Lebensqualität der Betroffenen in der Region, sagte der Leiter des Würzburger Blindeninstituts, Thomas Heckner, dazu.

Allein im Raum Unterfranken leben dem Blindeninstitut zufolge etwa 10.000 Menschen mit schwerer Mehrfachbehinderung. Deutschlandweit sollen es etwa 0,7 Prozent der Bevölkerung sein. © dpa/aerzteblatt.de

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