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Medizin

Bluttest für den Morbus Alzheimer besteht ersten Test

Donnerstag, 1. Februar 2018

blutprobe_StudioLaMagica-stockadobecom

Nagoya – Japanische Forscher haben einen Bluttest für die Diagnose des Morbus Alzheimer entwickelt. Die Evaluation in Nature (2018; doi: 10.1038/nature25456) ergab eine hohe Zuverlässigkeit.

Ein Morbus Alzheimer konnte lange Zeit vor dem Tod des Patienten nur klinisch diagnostiziert werden. Heute lassen sich die Plaques mit der Positronen-Emissions­tomographie (PET) darstellen und die Bruchstücke der Beta-Amyloide im Liquor nachweisen. Es fehlt noch ein einfacher Bluttest für den klinischen Alltag.

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Der Test, den ein Team um Katsuhiko Yanagisawa vom Nationalen Zentrum für Geriatrie und Gerontologie in Obu bei Nagoya jetzt vorstellt, können ein wichtiger Schritt in diese Richtung sein. Der Test erkennt Bruchstücke des Beta-Amyloid-Vorläuferproteins (APP) mit Hilfe von Antikörpern (Immunpräzipitation), deren Menge dann mit einer Massenspektrometrie bestimmt wird.

Wie beim Liquortest liefert nicht die absolute Konzentration der Fragmente die entscheidenden Hinweise, sondern das Mengenverhältnis verschiedener Beta-Amyloide. Beim Bluttest ist dies einmal der Quotient aus APP 669-711 zu Amyloid-beta 1-42 und dann der Quotient aus Abeta 1-40 zu Abeta 1-42.

Die Forscher haben den Test an zwei unabhängigen Kohorten überprüft. Dies waren zunächst 121 Personen aus Japan und dann 252 Personen aus Australien, wobei gesunde Menschen mit Alzheimer-Patienten und solche mit der Vorstufe MCI (minimal cognitive impaiment) verglichen wurden.

Der Bluttest erzielte in der ROC-Analyse („receiver operating characteristic“) exzellente AUC-Werte („Area under the curve“) von 96,7 Prozent (japanische Kohorte) und 94,1 Prozent (australische Kohorte). Die diagnostische Genauigkeit lag bei 90 Prozent. In der japanischen Kohorte wurden sogar acht von neun Patienten entdeckt, die im PET falsch negativ waren. Der Bluttest scheint auch eine gute Abschätzung der Beta-Amyloid-Last im Gehirn zu ermöglichen.

Jetzt kommt es darauf an, ob unabhängige Gruppen die Ergebnisse bestätigen können und ob der Test zu einem vertretbaren Preis durchgeführt werden kann. Er dürfte zunächst in klinischen Studien zum Einsatz kommen, die mögliche Medikamente gegen den Morbus Alzheimer untersuchen. Erst wenn solche Medikamente gefunden sind, würde ein Einsatz des Tests im klinischen Alltag einen Sinn ergeben. © rme/aerzteblatt.de

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