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Ärzteschaft

Ärzte und Verbände mahnen am Weltkrebstag zu Prävention und Früherkennung

Freitag, 2. Februar 2018

/Evgeni Schemberger, stockadobecom

Berlin/Bonn/Leipzig – In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 500.000 Menschen neu an Krebs. Experten schätzen, dass etwa die Hälfte aller Krebsfälle durch einen gesünderen Lebensstil vermeidbar wäre. Darauf haben anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar Ärzte und Verbände hingewiesen. „Insbesondere Bewegung kann das eigene Krebsrisiko senken“, sagte Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Bei Krebspatienten könnten Sport und Bewegung zudem Nebenwirkungen reduzieren.

Regelmäßige Bewegung senkt laut Krebshilfe das Risiko für mindestens 13 Krebsarten. Körperlich aktive Menschen erkrankten nachweislich seltener an Tumoren des Darms, der Brust oder der Gebärmutterschleimhaut. So sinke das Risiko für Darm- und Brust­krebs um etwa 20 bis 30 Prozent, wenn die Menschen sich an mindestens fünf Tagen pro Woche mindestens 30 Minuten bewegten und dabei etwas ins Schwitzen kämen. Darüber hinaus hemmten Bewegung und Sport entzündliche Prozesse im Organismus und erleichterten die Gewichtskontrolle.

Prävention lohnt sich

„Es lohnt sich, seinen Körper bewegungsreich zu fordern – für die eigene Gesundheit und ein vermindertes Krebsrisiko. Zudem pflegen Menschen, die gerne und viel körperlich aktiv sind, oft einen gesünderen Lebensstil als Bewegungsmuffel“, betonte Nettekoven.

Auf die besondere Gefährdung von Diabetikern weist diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe anlässlich des Weltkrebstages hin. „Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein 1,2- bis 1,7-fach erhöhtes Risiko für Brust-, Darm-, Harnblasen- und Bauchspeicheldrüsen­krebs“, sagte Thomas Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt des Diabetes-Zentrums Mergentheim in Bad Mergentheim.

Das Risiko, an Leberzellkrebs zu erkranken, sei sogar mehr als doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Diabetes. Auch das Erkrankungsrisiko für Tumoren an Niere, Schilddrüse und Speiseröhre sei im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung deutlich erhöht. Daher rät diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe insbesondere Menschen mit Typ-2-Diabetes zu einem gesunden Lebensstil mit körperlicher Aktivität und regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen.

Auch der Direktor des Universitären Krebszentrums Leipzig, Florian Lordick, betont zum Weltkrebstag, dass jeder Einzelne die Chance habe, mit gesundheitsbewusstem Verhalten Krebserkrankungen zu vermeiden. „Wir kennen die Hauptrisiken. Deshalb empfehle ich dringend, aufs Rauchen zu verzichten, in Bewegung zu bleiben, sich ausgewogen zu ernähren, Alkohol nur in Maßen zu genießen und das Normalgewicht zu halten. Zudem gibt es schon eine Impfung gegen eine der gefährlichsten Krebserkrankungen: Die HPV-Impfung hilft heranwachsenden Frauen, das Risiko für Gebärmutterhalskrebs zu verringern“, so Lordick.

Auf die HPV-Impfung weist die Ärzteorganisation GenoGyn hin. „Uns Gynäkologen ist es wichtig, verstärkt auf die Impfung als bedeutenden Schutz gegen HPV-Infektionen und deren mögliche Folgen hinzuweisen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Organisation, Jürgen Klinghammer. Er betonte, dass nicht nur junge Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr von der HPV-Impfung profitieren könnten, sondern auch bereits sexuell aktive Frauen sowie Patientinnen mit einer Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs.

Tumor tückisch

Auch die Deutsche Leberstiftung beteiligt sich daran, die Vorsorge im Rahmen des Weltkrebstages in den Fokus zu stellen. „Die Menschen müssen begreifen, dass Leberkrebs-Vorstufen wie eine nichtalkoholische Fettleber häufig durch unseren westlichen Lebensstil, der oft durch zu wenig körperliche Betätigung und ein überreiches zuckerhaltiges Nahrungsangebot gekennzeichnet ist, entstehen“, sagte Michael Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.

Der Tumor sei besonders tückisch, weil er wegen fehlender Symptome häufig zu spät diagnostiziert werde. „Deswegen ist es wichtig, dass an Aktionstagen wie dem Weltkrebstag auf die Möglichkeiten hingewiesen wird, die Prävention und Früherkennung für die Verhinderung von Leberzellkrebs bieten“, betonte Manns. Neben einer Ultraschalluntersuchung könnten erhöhte Leberwerte im Blut entscheidende Hinweise auf eine Lebererkrankung geben, so der Leberexperte.   

Der Weltkrebstag findet jedes Jahr am 4. Februar statt. Er soll das Thema Krebserkrankungen, ihre Vorbeugung, Früherkennung, Erforschung und Behandlung ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken. Die Welt-Krebsorganisation „Union internationale contre le cancer (UICC)“ hat ihn 2007 erstmals ausgerufen. Der Tag steht unter dem Motto „Wir können. Ich kann“. © hil/aerzteblatt.de

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