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Medizin

Wie sich kardiale Risiken der Brustkrebstherapie vermeiden lassen

Sonntag, 4. Februar 2018

/Anna Jurkovska, stock.adobe.com

Dallas – Radio- und Chemotherapie des Mammakarzinoms können das Herz schädigen. Die American Heart Association rät deshalb, die Patientinnen kardiologisch zu be­treuen. In Circulation (2018; doi: 10.1161/CIR.0000000000000556) werden Mög­lichkeiten zur Vermeidung und Behandlung der Therapiefolgen genannt. 

Die guten Behandlungsergebnisse beim Mammakarzinom haben dazu geführt, dass vor allem ältere Patientinnen häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als am Krebsleiden sterben. Dies liegt nicht nur daran, dass sich einige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Brustkrebs überlappen – etwa Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, eine Hormonersatztherapie und die westliche Ernährungsweise.

Auch die Brustkrebstherapie kann das Herz angreifen. Am bekanntesten ist der Abfall der Herzleistung unter der Therapie mit Trastuzumab, der nach Einschätzung der American Heart Association jedoch in der Regel reversibel ist. Dies ist nach einer Chemotherapie mit Taxanen oder Platin, die in fortgeschritteneren Stadien eingesetzt werden, nicht der Fall.

Diese Medikamente können die Herzleistung dauerhaft mindern. Auch eine adjuvante Chemotherapie im Frühstadium kann, etwa wenn Doxorubicin zum Einsatz kommt, den Herzmuskel langfristig schädigen. Anthrazykline können Herzrhythmusstörungen auslösen, die bei manchen Patienten gutartig sind, bei anderen jedoch lebensbe­drohliche Arrhythmien auslösen. Antimetabolite wie 5-Fluorouracil und Capecitabin können Spasmen der Koronararterien provozieren. Die Folge ist eine Angina pectoris und manchmal auch ein Herzinfarkt. Eine endokrine Therapie wirkt sich dagegen, vor allem wenn sie mit Tamoxifen durchgeführt wird, eher günstig auf das Herz aus. 

Bei der Radiotherapie lässt sich eine Strahlenexposition des Herzmuskels, vor allem bei einen Brustkrebs auf der linken Seite, kaum vermeiden: Mit jedem Gray der Strahlendosis steigt das Risiko auf eine spätere koronare Herzkrankheit.

Troponin I ist aus Sicht der American Heart Association ein brauchbarer Biomarker für eine akute Schädigung des Herzmuskels unter der Chemotherapie. Wenn der Wert nach der Therapie wieder sinkt, zeige dies eine Erholung des Herzmuskels an. Die Folgen der Radiotherapie auf den Herzmuskel machen sich häufig erst Jahre später bemerkbar: Ein Anstieg des hoch-sensitiven Troponin T könnte Hinweise liefern, Herzecho oder vielleicht auch eine Magnetresonanztomographie machen laut American Heart Association den Abfall der Herzleistung frühzeitig erkennbar.

Wie das Herz vor den Folgen der Therapie geschützt werden könnte, ist unklar. Kleinere Studien deuten darauf hin, dass eine langsame intravenöse Infusion von Doxorubicin statt einer schnellen Bolusgabe das Risiko auf eine spätere Herzin­suffizienz senken könnte. Die Schäden am Myokard, zu denen es unter der Therapie mit Doxorubicin kommt, können nach Einschätzung der American Heart Association durch die Gabe von Dexrazoxan vermindert werden.

Der Arzneistoff bildet Chelate mit Eisenmokekülen und verhindert dadurch oxidative Schäden an den Muskelzellen. Moderne Bestrahlungsgeräte, die das Herz aus dem Strahlenfeld heraushalten, sind aus Sicht der US-Kardiologen ebenfalls sinnvoll, auch wenn derzeit Studienergebnisse zum langfristigen Nutzen fehlen.

Auch die Patientin kann etwas für ihre Herzgesundheit tun. Die American Heart Association rät den Frauen, sieben einfache Regeln der Lebensführung zu beachten. Zu den „Life’s Simple 7“ gehören körperliche Aktivität, ein gesundes Körpergewicht und eine gesunde Ernährung. Brustkrebs-Patienten sollten keinen Tabak rauchen und Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker regelmäßig kontrollieren und gegebenenfalls behandeln lassen. © rme/aerzteblatt.de

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nabilabdulkadirdeeb.germany
am Montag, 5. Februar 2018, 08:34

Viele Menschen sehen Brustkrebs als die größte Bedrohung für die Gesundheit von Frauen an. Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Brustkrebs.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) sind nach wie vor die häufigste Todesursache bei Frauen, doch viele Menschen sehen Brustkrebs als die größte Bedrohung für die Gesundheit von Frauen an. Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Brustkrebs haben mehrere sich überschneidende Risikofaktoren wie Übergewicht und Rauchen. Darüber hinaus können aktuelle Brustkrebsbehandlungen negative Auswirkungen auf die kardiovaskuläre Gesundheit haben (z. B. linksventrikuläre Dysfunktion, beschleunigte kardiovaskuläre Erkrankung), und bei Frauen mit vorbestehender kardiovaskulärer Erkrankung könnte dies die Entscheidungen der Krebsbehandlung sowohl seitens des Patienten als auch des Anbieters beeinflussen. Verbesserungen bei der Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs haben zu einer zunehmenden Anzahl von Brustkrebsüberlebenden geführt, bei denen ein Risiko für langfristige kardiale Komplikationen durch Krebsbehandlungen besteht. Bei älteren Frauen stellt die kardiovaskuläre Erkrankung eine größere Mortalitätsgefahr dar als der Brustkrebs selbst. Dies ist die erste wissenschaftliche Stellungnahme der American Heart Association zu CVD und Brustkrebs. Dieses Dokument wird einen umfassenden Überblick über die Prävalenz dieser Krankheiten, gemeinsame Risikofaktoren, die kardiotoxischen Wirkungen der Therapie und die Prävention und Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen bei Brustkrebspatientinnen geben.

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