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Medizin

Migräne mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen verbunden

Dienstag, 6. Februar 2018

/dpa

Aarhus – Migräne ist mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße verbunden, einschließlich Herzinfarkt, Schlaganfall, Blutgerinnsel und einer unregelmäßigen Herzfrequenz. Das berichten Forscher des Aarhus University Hospital, Dänemark, und der Stanford University, USA, im British Medical Journal (doi  10.1136/bmj.k96).

Frühere Studien hätten bereits einen Zusammenhang zwischen Migräne und Schlag­anfall sowie Herzinfarkt hergestellt, aber der Zusammenhang zwischen Migräne und anderen Herzproblemen sei wenig untersucht, so die Forscher. Die Forscher werteten daher Patientendaten aus dem dänischen nationalen Patientenregister über einen Zeitraum von 19 Jahren aus, von 1995 bis 2013.

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Assoziation zwischen Migräne und Herzinfarkt

Sie verglichen die Daten von über 51.000 Personen, bei denen Migräne diagnostiziert wurde, mit denen von über 510.000 Personen, die frei von Migräne waren. Für jede Person mit Migräne wurden also zehn Personen gleichen Alters und Geschlechts als Kontrollen ausgewählt, die frei von Migräne waren. Das Durchschnittsalter für die Migräne-Diagnose lag bei 35 Jahren, 71 Prozent der Teilnehmer waren Frauen.

Über den Zeitraum von 19 Jahren ergaben die Daten eine Assoziation zwischen Migräne und Herzinfarkt, Schlaganfall, Blutgerinnseln und unregelmäßiger Herzfre­quenz. Dieser Zusammenhang blieb bestehen, nachdem die Forscher Einflussgrößen wie den Body-Mass-Index und das Rauchen berücksichtigt hatten. Sie fanden aber keine Assoziation von Migräne mit peripherer Arterienerkrankung oder Herzin­suffizienz.

Die Assoziationen waren insbesondere bei Schlaganfall im ersten Jahr der Diagnose stärker als auf lange Sicht. Außerdem beobachteten die Wissenschaftler einen stärkeren Zusammenhang bei Patienten mit Migräne-Aura als bei Patienten ohne Aura und bei Frauen als bei Männern.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, können die Wissenschaftler keine eindeutigen Schlüsse über Ursache und Wirkung ziehen. Sie weisen aber auf den großen Stichprobenumfang und die lange Untersuchungszeit hin. Die Autoren umreißen Gründe, warum Migräne das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen könnte. Beispielsweise nähmen Migränepatienten häufig entzündungshemmende Medikamente ein, die mit einem erhöhten Risiko für Herzprobleme verbunden seien. Eine Immobilisierung im Zusammenhang mit Migräneattacken könnte das Risiko von Blutgerinnseln erhöhen, so die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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