Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Schwangerschaft: Schwere Präeklampsie führt häufig zu unbemerktem Bluthochdruck

Mittwoch, 7. Februar 2018

 Hypertonie in der Schwangerschaft /chompoo, stock.adobe.com
In Industrieländern tritt bei 3 bis 5 % der Schwangerschaften eine Präeklampsie auf. Auch nach der Schwangerschaft ist das Risiko für eine Hypertonie erhöht. /chompoo, stock.adobe.com

Rotterdam – Frauen mit schwerer Präeklampsie tragen auch nach der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, was oft unbemerkt bleibt. Im Vergleich zu Frauen mit normalem Blutdruck während der Schwangerschaft sind sie 7-mal anfälliger für die Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher aus den Niederlanden, indem sie mehr als nur die Blutdruckwerte in der Arztpraxis beobachteten. Die retrospektive Kohortenstudie publizierten sie in der Fachzeitschrift der American Heart Association Hypertension (2018; doi: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.117.10338).

In Industrieländern tritt bei 3 bis 5 % der Schwangerschaften eine Präeklampsie auf. Dabei kommt es zu Bluthochdruck und erhöhten Proteinwerten im Urin.

Laura Benschop und ihr Team vom Erasmus Medical Center in Rotterdam untersuchten 200 Frauen, bei denen während ihrer Schwangerschaft eine schwere Präeklampsie diagnostiziert wurde. Ihr systolischer Blutdruck lag bei mindestens 160 mmHg, der diastolische Blutdruck bei mindestens 110 mmHg. Anschließend beobachteten sie über ein weiteres Jahr den Blutdruck sowohl ambulant, als auch in der Klinik, zu Tag- und Nachtzeiten.

Dabei stellte sich heraus, dass mehr als 41 % der Frauen im Jahr nach der Schwanger­schaft einen zu hohen Blutdruck hatten. Am häufigsten trat eine maskierte Hypertonie auf (17,5 %), was bedeutet, die Blutdruckwerte in der Praxis waren normal, außerhalb der Praxis waren sie aber zu hoch. 14,5 % litten an einer anhaltenden Hypertonie, 9,5 % an einer Weißkittelhypertonie, die auftritt, wenn die Blutdruckwerte in der Arztpraxis höher sind als außerhalb der Klinik. Hätten die Ärzte den Blutdruck nur in der Klinik gemessen, hätten sie etwa die Hälfte der Frauen mit zu hohem Blutdruck übersehen. Dies sei auch der Grund, warum Bluthochdruck nach der Schwangerschaft oft unbemerkt bliebe, erklärt Benschop.

Bei 46 % der Frauen sank der Blutdruck zwischen Tag und Nacht zudem nur unzu­reichend ab. Eine Hypertonie in den Nachtphasen erhöht das Risiko von Herzer­krankungen, Schlaganfall und Tod. Davon betroffen waren 42,5 % der Frauen in der Studie.

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Frauen, die während der Schwangerschaft eine Hypertonie haben, ihren Blutdruck auch noch lange nach der Entbindung messen sollten“, sagt Benschop. Es sei dabei nicht nur wichtig, den Blutdruck in der Arztpraxis zu überwachen, sondern auch zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten, zu Hause.

Einschränkend geben die Autoren zu Bedenken, dass die Studie nur europäische Frauen mit einem hohen Bildungsgrad eingeschlossen hat. © gie/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

25.02.18
Kaiserschnitt und Darmbakterien übertragen Adipositas von Mutter auf Kind
Edmonton/Alberta – Kinder von übergewichtigen oder adipösen Müttern haben ein deutlich erhöhtes Risiko, später selbst übergewichtig zu werden. Eine Studie in JAMA Pediatrics (2018; doi:......
23.02.18
Hebammen­integration senkt Zahl von Kaiserschnitten und Problemgeburten in den USA
Vancouver – Die Integration von Hebammen in die Geburtshilfe ist in den USA mit einer höheren Rate von vaginalen Geburten, einer höheren Stillquote, weniger Früh- und Mangelgeburten und auch mit einer......
22.02.18
Phytopharmaka gegen psychische Beschwerden in der Schwangerschaft auf dem Prüfstand
Freiburg – Ein neues Forschungskonsortium des Universitätsklinikums Freiburg, des Universitätsspitals Zürich und der Universität Basel untersucht jetzt das Gefährdungspotenzial von Phytopharmaka gegen......
22.02.18
Theresa May kündigt erneute Prüfung des umstrittenen Hormonpräparats Primodos an
London – Im Vereinten Königreich (UK) könnte der Streit um den Schwangerschaftstest Primodos eine neue Wendung nehmen. Kurz nachdem ein britisches Expertengremium einen kausalen Zusammenhang zwischen......
22.02.18
EuGH: Schwangere sind nicht uneingeschränkt vor Entlassungen sicher
Luxemburg/Berlin – Schwangere Frauen sind nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) nicht uneingeschränkt vor einer Kündigung sicher. Wenn ein Unternehmen Massenentlassungen vornehme,......
18.02.18
Asthma-Medikamente können Frauen unfruchtbar machen
Adelaide – An Asthma erkrankte Frauen, die sich zur Symptomkontrolle einzig auf ein Beta-2-Sympathomimetikum mit kurzer Wirkdauer (SABA) verließen, benötigten in einer Kohortenstudie im European......
16.02.18
Säuglings­sterblichkeit in Nordrhein-West­falen weiterhin gering
Düsseldorf – Die Säuglingssterblichkeit in Nordrhein-Westfalen bleibt weiter vergleichsweise gering. Von 1.000 Säuglingen starben 2016 wie im Vorjahr 4,1 vor ihrem ersten Geburtstag. Anfang der......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige