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Hohe Gesundheitskosten durch Komplikationen bei Typ-2-Diabetes

Donnerstag, 8. Februar 2018

München – Wissenschaftler haben Krankenkassendaten von mehr als 300.000 Menschen mit Diabetes untersucht. In Diabetes Care schlüsseln sie auf, welche Kosten die verschiedenen Folgeerkrankungen verursachen (2018; doi: 10.2337/dc17-1763). Die Doktorandin Katharina Kähm und ihre Kollegen vom Institut für Gesundheits­ökonomie und Management im Gesundheitswesen (IGM) am Helmholtz-Zentrum München untersuchten dazu Daten von 316.220 Menschen mit Typ-2-Diabetes aus den Jahren 2012 bis 2015.

Anhand dieser Datengrundlage konnten die Forscher die Kosten der Folgeerkran­kungen detailliert ermitteln. Typ-2-Diabetes macht sich in der Mehrzahl erst im höheren Alter bemerkbar. Die Autoren stellten daher eine Beispielrechnung auf, die von einem Mann zwischen 60 und 69 Jahren ausgeht. Allein in dem Quartal, in dem die entsprechende Folgeerkrankung eintritt, verursacht das in dem Fall

  • bei einem Augenleiden (Retinopathie) rund 700 Euro,
  • bei Erblinden etwa 3.000 Euro,
  • bei Nierenschäden rund 3.400 Euro,
  • bei (dialysepflichtigem) Nierenversagen rund 23.000 Euro,
  • bei einem diabetischen Fuß rund 1.300 Euro,
  • bei einer Amputation über 14.000 Euro.

„Zudem reichen die mittleren Kosten bei Herz-Kreislauf-Erkrankung von 2.700 für Angina pectoris bis 20.000 Euro für tödliche ischämische Komplikationen“, ergänzt Michael Laxy, Arbeitsgruppenleiter am IGM. „Auch in den Quartalen nach erstmaligem Eintritt dieser Folgeerkrankungen bleiben die Kosten erhöht.“

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Die Studie ist den Autoren zufolge die erste in einer derartigen Größe und in diesem Detaillierungsgrad. Langfristig soll sie zur Verbesserung der Vorsorgeprogramme führen: „Die Ergebnisse zeigen klinischen und gesundheitspolitischen Entschei­dungsträgern die erheblichen finanziellen Folgen von diabetesbedingten Kom­plikationen auf“, sagt Rolf Holle. Die Studie könne somit die Planungen und Priori­sierung neuer Präventions- und Behandlungsprogramme im Management von Typ-2-Diabetes unterstützen. Künftig wollen Michael Laxy und sein Team untersuchen, welche ökonomischen Auswirkungen mehrere gleichzeitig bestehende Erkrankungen haben. © gie/idw/aerzteblatt.de

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Avatar #110206
kairoprax
am Donnerstag, 8. Februar 2018, 19:11

der 2. Schritt ist: wie steht es mit den DMP-Patienten?


316.220 bewertete Patienten sind eine genügend große Zahl, um relativ einfach zu erfahren, ob sich das Diabetes-Typ-II DMP bewährt hat oder nicht.
Es müßte definitiv möglich sein, aus den 316.220 Patienten zwei gruppen zu bilden und die Folgekosten zu vergleichen.
Es gibt Skeptiker (zu denen ich auch gehöre), die entweder vom DMP überzeugt würden, wenn die Kosten dort tatsächlich niedriger wären, oder die die Daten gerne nutzen würden, um wieder abzukehren von der Idee des Disease-Mamagements, zumindest im Fall Diabetes Typ II.
LNS

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