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Nach Wasserkrise droht Kapstadt die Gesundheitskrise

Montag, 5. Februar 2018

/Maybaum

Kapstadt – Neben einer Jahrhundertdürre und dem damit verbundenen akuten Wassermangel droht den Einwohnern von Kapstadt nun auch noch eine Gesundheits­krise. Nach einem Listerioseausbruch und angesichts eines deutlichen Anstiegs von Typhuserkrankungen riefen die Gesundheitsbehörden der zweitgrößten Stadt Süd­afrikas heute alle Einwohner dazu auf, trotz Wasserknappheit auf die Hygiene zu achten. Dazu gehöre vor allem regelmäßiges Händewaschen.

„In dieser Jahreszeit verbreiten sich Bakterien besonders rasch“, sagte die Leiterin des städtischen Gesundheitsdienstes, Virginia De Azevedo. Sie warnte vor der Verun­reinigung von Wasser, Lebensmitteln und Händen mit Fäkalien. „In allen Gesund­heits­zentren herrscht höchste Alarmbereitschaft.“

50 Liter pro Tag

Handwaschgele seien kein Ersatz für häufiges Händewaschen mit sauberem Wasser, sagte De Azevedo. „Man kann sich die Hände waschen, ohne Wasser zu vergeuden.“ Sie warnte gleichzeitig davor, Schmutzwasser selbst aufzubereiten, natürliches Quell­wasser zu trinken, ohne es vorher abzukochen oder Wasser aus Bohrlöchern zu holen, das nicht geprüft wurde. Jeder müsse wissen, welche Wasserquellen sicher seien.

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Die Stadt mit rund 3,7 Millionen Einwohnern kämpft mit einer der schlimmsten Dürreperioden seit 100 Jahren. Um den Tag hinauszuzögern, an dem kein Wasser mehr aus den Hähnen fließt, dürfen die Menschen seit Anfang Februar täglich nur noch 50 Liter verbrauchen. Nach neuen Berechnungen der Behörden könnte der gefürchtete „Tag Null“ am 11. Mai erreicht sein – fast einen Monat später als ursprünglich gedacht.

Danach wird Trinkwasser nur noch an 200 Versorgungsstellen ausgeteilt, strikt rationiert auf 25 Liter täglich. Die Versorgung von kritischen Einrichtungen wie Krankenhäusern soll sichergestellt bleiben.

Vize-Bürgermeister Ian Neilson erklärte heute, die Verzögerung des Stichtags sei eine Folge des reduzierten Wasserverbrauchs in der Landwirtschaft. Die Kapstädter müssten aber weiter ihren Verbrauch einschränken, um den „Tag Null“ zu verhindern.

Starke Sommerregen haben die anhaltende Dürre in vielen Ländern des südlichen Afrikas beendet. Im an der Südspitze des Kontinents gelegenen Kapstadt fällt ein Großteil der Niederschläge jedoch erst im dortigen Winter, also zwischen Mai und September.

© afp/aerzteblatt.de

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