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Politik

Hamburg will mit neuem Gesetz Trendwende bei Organspenden

Dienstag, 6. Februar 2018

Hamburg – Mit einem neuen Gesetz will Hamburg die zuletzt stark zurückgegangene Zahl an Organspenden in der Hansestadt wieder erhöhen. Es enthält unter anderem Vorgaben zur Berufung und Freistellung von Transplantationsbeauftragten an Kranken­häusern, wie Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) heute in Hamburg erläuterte. Davon und von einer Berichtspflicht für die Kliniken erwarte sie starke positive Effekte.

Trotz aller Aufklärungs- und Werbekampagnen war die Zahl der Organspender 2017 bundesweit auf einen neuen Tiefstand gefallen. Hierzulande gab es nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) 797 Organspender, 60 weniger als im Jahr zuvor (2016: 867). Die Anzahl der gespendeten Organe sank um 9,5 Prozent auf 2.594 Organe (2016: 2.867).

Zwar hätten rund 30 Prozent der Bevölkerung in Hamburg einen Organspendeausweis, so die Senatorin. Jedoch seien nur zwischen ein und zwei Prozent der möglichen Organ­spenden in den vergangenen Jahren in Hamburgs Krankenhäusern durchgeführt worden. „Das zeigt, dass wir hier das größte Potenzial zur Steigerung der Organspende haben.“

Nach der geplanten Neuregelung in Hamburg müssen Krankenhäuser künftig Trans­plantationsbeauftragte nach einem festen Schlüssel von allen weiteren Aufgaben freistellen. Pro 100 Betten soll es einen Beauftragten geben. Eine vergleichbare Bestimmung gebe es bislang nur in Bayern, teilte die Stadt mit. Dort stieg die Zahl der Spenden 2017 entgegen dem Bundestrend.

Durch die hinzukommende Berichtspflicht solle die Gesundheitsbehörde künftig beurteilen können, ob in den Entnahmekrankenhäusern die Potenziale für mögliche Organspenden „umfassend erkannt und genutzt werden“. Die Ergebnisse würden veröffentlicht, um Transparenz für alle zu schaffen.

2017 wurden in Hamburg 162 Organe transplantiert, wie die Techniker Krankenkasse (TK) heute mit Verweis auf aktuelle Zahlen von Eurotransplant mitteilte. 2016 seien es noch 199 Organe gewesen, die Patienten übertragen wurden. 183 Hamburger warteten Ende 2017 auf ein lebensrettendes Organ, darunter auch sechs Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, hieß es. © kna/aerzteblatt.de

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